Also das hier ist vegan und feministisch. Weil sonst alles scheiße ist.

Montag, 19. November 2012

Happy Bloodyversary, Pd. 1

Wintersemester 2011, Einführungsveranstaltung Sozialethnologie. Thema: Die Rolle von Geschlecht für die Ordnung der Gesellschaft. Beispiel Menstruation. Der Dozent erzählt von der Gesellschaft A im Land Y. Menstruation speilt bei den As eine entscheidende Rolle bezüglich des Wohnortes der Frauen und der Arbeitsaufteilung innerhalb der Gemeinde. Menstruierende Frauen gelten als unrein und schmutzig und müssen vom Rest des Dorfes getrennt werden. Hierzu wurden eigene Häuser erbaut, in der die Frauen an "den Tagen" leben. Kontakt zu Außenstehenden ist untersagt, gearbeitet werden darf auch nicht, Körperkontakt ist ebenfalls verboten. Für alles andere gelten ebenfalls spezielle Reinigungsregeln. Durch den Raum geht ein Kichern. Man ist irritiert und empört. Das ist ja total krass! Ganz schön rückständig is man in Y. Sehr frauenfeindlich, das kann man doch nicht machen.


Ja, ganz Recht. Das hier ist eine Menstruationsgeschichte.


Siebte Klasse. "Herr FGH, ich habe echt Bauchschmerzen und so, ich habe meine Periode...." "Oh! Äh jajajajaja, also mhhh... Jaaaaaaaaa. Frauenprobleme... Dann brauchst du auch nicht am Unterricht teilnehmen, denke ich. Oder? Also wenn es dir wirklich nicht so gut geht, dann geh ruhig nach Hause." (So haben wir sie immer gekriegt.)
Montags war Schulschwimmtag. Wer am Montag nicht in der Schule war, oder vorzeitig nach Hause ging, stand unter Periodengeneralverdacht! Einmal ist eine unbeliebte Schülerin früher heimgegangen. Eine von uns hat angeblich einen roten Fleck auf ihrem Stuhl gesehen. Ha! Erwischt!

Irgendwann mit 15. Die Familie sitzt im Wohnzimmer. Freund ist auch da. Es läuft irgendwas im TV. Irgendwas wird von irgendeiner Werbung unterbrochen. Ein Spot für Tampons. Eine schöne, schlanke, blonde Frau sitzt in einem weißen Kleid fröhlich auf einem Pferd, schlägt lächelnd im weißen Kleid die Rückhand in einem Tennisspiel, geht im weißen Einteiler ins Freiband und steigt abends im weißen Negligée zu ihrem (?) Mann ins Bett. Zwischendurch tropft irgendwer blaue Flüssigkeit auf ein Tampon und schließt die Hand darum zusammen. Halleluja, saugstark und undurchlässig! So merkt niemand was! Inzwischenzeit diskutieren die anwesenden Männer humoristisch über die Notwendigkeit eines Geräts, mit dem man unliebsame Werbung blocken könnte. Sowas will man doch nicht sehen!!!! Immer diese Tampons, Binden, Slipeinlagen im TV. Periode, bah!

Irgendwann mit 17. Freund erzählt vom Typen aus seiner Berufsschulklasse. Der hat mit seiner Freundin auch Sex, wenn sie ihre Tage hat. Dass er es geil findet, sagt er nicht. Aber es stört ihn nicht. "Hinterher sieht das Laken dann aus wie ein Schlachtfeld. Da musst du das bett eben neu neziehen und das wars." erzählt er trocken. Da ist das Gschrei aber groß. Da wird sich das Gesicht verzogen, "Nein, nein, nein" gerufen, die Hände vor die Augen gehalten. "Erzähl doch nicht sowas ekelhaftes!"

Sommer 2012. WG-Party. Anwesende: mehrheitlich Medizinstudent_innen. Wir unterhalten uns auf dem Balkon zu dritt über unseren Umgang mit Menstruationsbeschwerden. Teetrinken, Wärmflasche, Schmerzmittel, Homöopathie, Sex, Selbstbefriedigung & Schokolade. Wir sind auch ein bisschen wütend und genervt, dass wir uns überhaupt mit sowas auseinandersetzen müssen. Zwei Medizinstudenten kommen heraus, hören zu, schütteln den Kopf. "Also ich hab ja echt kein Problem damit, an Leichen herumzuschneiden. Ich meine, wenn der Darm platzt, oder der Magen, das ist schon manchmal echt eklig. Aber wenn meine Freundin ihre Tage hat, das finde ich so richtig widerlich! Echt jetzt mal, stimmt doch! So Blut aus der Muschi, voll abartig! Oder? Oder?!?!"

(Triggerwarnung für den folgenden Abschnitt: Beschreibung von diversen potentiell gewalltvollen Sexualpraktiken)

Meanwhile: Me, doing Porno-Recherche. Es ist eigentlich immer das selbe: Männer ficken, Frauen werden gefickt, lautes Stöhnen, Schubsen - Ziehen - Zerren - Drücken - Festhalten, auf den Arsch hauen, Beleidigen, Zooom-In in die Vagina, Schwanz rein und wieder raus und wier rein und wieder raus, Dreh dich um! Mach das Bein hoch!, Blowjob bis zum Würgereiz und Tränendrüsenreflex mit den Händen eines Typen am Hals, Löcher dehnen und füllen, bla bla bla. Und zum Schluss immer die gleiche Szene: Cumshot. Nach grandiosem Herumgebumse spritzt der Mann (oder die Männer) sein/ihr Sperma ins Gesicht der Frau(en). Und die freuen sich so sehr! Herrje, so viel weißer Glibber im Gesicht, das ist ja der Hammer! Da wird schon mal begeistert der Rest vom Boden aufgeleckt. Auf allen Vieren, der Rücken durchgedrückt, Popo in die Höhe. Oder aus dem Nasenloch der anderen Darstellerin geschlabbert. Manchmal gibts auch keinen Cumshot. Da kommen dann drei Typen hinterenander beim Analsex in den Hintern ihrer Kollegin. Die drückt dann alles schön raus, auf das Gesicht einer anderen Darstellerin. Begeistertes Klatschen, für jeden Tropfen Sperma, für jedes Zusammenziehen der Rosettenmuskulatur. Und auch die zweite Frau freut sich richtig, findets geil und verzehrt sich nach dem Arschsperma. Wenn alles raus ist, lecken sie sich noch gegenseitig das Gesicht hab. Und das Stöhnen nicht vergessen!


Um Kommentaren vorzubeugen, ich sei nur eine untervögelte, frustrierte, spaßbefreite Feministin: Ich sage nicht, dass ich das alle grundsätzlich schlecht und erniedrigend finde. Ich finde, alle sollen tun, woran sie Spaß haben und womit sie sich wohlfühlen. Das gilt für alle Beteiligten. Das kann das potentiell alles und auch gar nichts sein. Niemand muss alles geil oder alles scheiße finden. Es gibt zu viele Tabus, die uns guten Sex versauen. Die Abwertung des weiblichen Körpers während dieser blutet, ist eines dieser Tabus. Da wird nicht hinterfragt, da wird nur kategorisch ausgeschlossen.
Das hier ist eine Gegenüberstellung von Bewertung und Stellung männlicher* und weiblicher* Körperflüssigkeiten. Es darf gerne hintefragt werden, warum wer woran Spaß oder eben keinen Spaß hat. Wer sagt, was normal, was geil und was eklig ist? Diese Zuschreibungen können sehr machtvoll sein, dazu führen, seinen eigenen Körper abzulehnen, ihn zu hassen und sich vor ihm zu ekeln.


Klar kenne ich Menschen, die nicht so sehr auf Sperma abfahren, wie die Damen im oben beschriebenen Beispiel es (dem Anschein nach) tun. (Ehrlich gesagt sind das die meisten.) Viele wollen das nicht so gerne im Mund oder im Gesicht haben. Immerhn ist das ja auch eine ziemlich klebrige Glibbermasse, das reicht in der Regel nicht aus, um mich in freudige Ekstase zu versetzen. Auch wenn der Umstand als solcher - höchste Erreung meines Partners - das durchaus zu tun vermag.

Natürlich wird Sperma nicht von allen abgefeiert, aber immerhin unterliegt es keinem Stigma. Spermaflecken sind vielleicht etwas unreif aber lustig und quasi salonfähig. Hollywoodfilme z.B. strotzen nur so vor Spermawitzen. In "Verrückt nach Mary" schmiert sich Cameron Diaz Sperma in die Haare, weil sie denkt, es sei Haargel. Der Typ, von dem sie es hat, hat sich vorher einen runtergeholt und es sich ungeschickterweise ans Ohr gespritzt. Das ist ok. Das ist lustig. Sperma ist halt da. Das kommt halt raus. Aber wehe, du gehst mit einem roten Fleck in der Sporthose zum Turnunterricht. Wehe, du sprichst an, dass du gerade blutest! Eine Doppelmoral, die bis zum Himmel stinkt.

Was ich allerdings nicht kenne, sind Menschen, die, wenn das Gespräch auf Sperma kommt, erschrocken aufschreien und/oder angewidert das Gesicht verziehen. Ich kenne auch keine TV- oder Printwerbung für Mittel, die den Spermageschmack oder die -optik verbessern. Oder Werbung, die Männern einredet, diskret sein zu müssen, um ihnen so extra gute Spermawegwischtücher zu verkaufen. Die jedes Jahr noch diskreter, saugstärker und gründlicher werden. (Nicht, dass ich das wünschenswert finde. Ich möchte nicht mehr Scham, sondern weniger.)

Ekelhaft, peinlich und schmutzig - das sind so Wörter, die fallen nicht nur bei den As in Y. Die fallen auch hier. Jeden Tag. Seit ich denken kann. Sogar schon viel länger. Auch wenn die Männer meistens am lautesten schreien, Frauen haben das ebenfalls verinnerlicht. Fiese Gemeinheiten wachsen sich vielleicht mit dem Alter raus. Aber die Scham bleibt da. Das Gefühl, selbst dreckig zu sein. Die Sorge "ertappt" zu werden. Aus dieser Sorge heraus nicht zum Sport zu gehen. Sich in der Schule lieber nen Saugpfropf aus steinhartem Toilettenpapier zu basteln, weil es zu unangenehm ist, die Freundin zu fragen, ob sie ein Tampon hat, auf guten Sex verzichten, weil es doch ganz klar ist, dass man während der Periode gar keinen Sex haben kann, nicht offen zu sprechen, weil man keine Lust auf PMS-Witze im Büro hat, aus Scham keine Fragen zu stellen, obwohl man sich unsicher wegen etwas ist, etwas lustiges, was mit der Menstruation zu tun hat nicht zu erzählen, weil man nicht in geschockte Gesichter blicken möchte, in der Drogerie einen Vorrat an Zahnpasta, Seife und Duschgel kaufen, weil nur die Binden allein auf dem Band dir direkt "Blutet!!!" auf die Stirn tätowieren. Den Körper hassen, ihn abstoßend finden. Das ist alles noch da. Und wir schreiben das Jahr 2012.

Das war Periode 1. Periode 2 ist schon fertig geschrieben und folgt nächste Woche.


(Disclaimer: Ja, ich habe hier fast nur Negativbeispiele aufgeführt. Es gibt natürlich auch Positivbeispiele. Diese reichen aber immer noch nicht aus, um menstruierende Menschen von ihrere Scham zu befreien. Die Scham und die Vorstellung der "Unreinheit" sind immer noch tief in unserer Gesellschaft verankert.)

Kommentare:

  1. Danke für diesen Artikel. Ich kann nur unterschreiben.

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  2. Puh, das ist emotional und teilweise echt unsachlich. Aber was solls..
    Der Spermavergleich hinkt, allein schon was die evolutionäre Funktion anbelangt bzw. das Auftreten beider Körperflüssigkeiten. Man Vergleicht ja auch nicht Kotze mit Speichel, wobei hier schon eher eine Beziehung besteht.
    Was die sozialen Probleme anbelangt, stimme ich dir aber uneingeschränkt zu - stigmatisieren und bedingungsloses Abwerten von Frauen, weil sie bluten, ist infantil und äußerst problematisch.

    Irgendwie kann ich es aber auch nachvollziehen, da ich stark an den Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und Intensität der Blutung glaube - wer sich scheiße ernährt, entgiftet viel, blutet also übermäßig.

    Worauf ich mich auf die Schnelle beziehen kann: http://debbietookrawforlife.blogspot.co.at/2009/04/periods-they-may-be-normal-but-are-they.html

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    1. Natürlich hinkt der Vergleich. Ist mir schon klar, das beides nicht das selbe ist. Es ist keine 1:1 Gegenüberstellung der Flüssigkeit, sondern ein Vergleich der Reaktionen auf Flüssigkeiten, für die wir alle nix können, egal, woher die kommen.
      Ich finde es bedenklicher, dass du zum Gegenvergleich Kotze und Speichel bringst. Das eine ist immerhin eine alltägliche Flüssigkeit, die Menschen immer zu jeder Zeit brauchen, während Kotze nur dann rauskommt, wenns einem/einer schlecht geht und dann auch nich ziemlich eklig stinkt. Was soll jetzt was sein?

      Die Unsachlichkeit ist ebenfalls Absicht. Ich wollte zu keiner Zeit einen wissenschaftlichen Artikel schreiben, sondern mit meiner persönlichen Geschichte das Tabu aufbrechen, darüber zu reden.

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    2. Warum bist du der Meinung, Anonym, dass die "evolutionäre Funktion" so unterschiedlich wäre? Meinst du damit die körperliche Funktion? Also auf der einen Seite das Blut mit der Funktion, ein nicht befruchtetes Ei und das aufgebaute Gewebe herauszuspülen, und auf der anderen Seite das Sperma, um potenziell ein Kind zu zeugen. Ich sehe nicht, warum "kein Kind bekommen" ekliger sein sollte als "eventuell ein Kind bekommen".

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    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    4. "Irgendwie kann ich es aber auch nachvollziehen, da ich stark an den Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und Intensität der Blutung glaube - wer sich scheiße ernährt, entgiftet viel, blutet also übermäßig."

      Klaaaaar, Menschen, die unter starker Blutung leiden, sind selbst dran schuld, weil sie sich einfach falsch ernähren. Logo, und überhaupt nicht irgendwie eso-sexistisch.

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    5. Wenn der Vergleich von Sperma und Blut vielleicht hinkt, der Vergleich Sperma und Zervixschleim tut es weniger. Aber die Abwertung ist die gleiche, wenn nicht noch ärger. Versuch mal mit anderen Frauen oder mit Männern über Schleim zu reden. :D
      Für Schleim gibts ja noch nichtmal Ersatzflüssigkeit!

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    6. @Sunny Lemon: das befruchtete Ei wird nur als sehr frühe, unbemerkte Fehlgeburt ausgespült. Wird das Ei nicht befruchtet, zersetzt es sich und wird vom Körper resorbiert.

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  3. Herrlich, Ich konnte schon lange nicht mehr so lachen, wie bei dem Teil der Porno-Recherche! Großartiger Post! Möchte ich mir am liebsten ausdrucken, in die Hosentasche stecken und bei Bedarf an nicht-menstruierende Mitbürger verteilen. :))

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  4. Vielen Dank für diesen Text. Ich kann das nur unterschreiben.

    Sehr oft gehört habe ich auch schon den Spruch: "Die hat wohl gerade ihre Tage", wenn eine Frau unfreundlich ist. Ja, vielleicht hat sie ihre Tage. Vielleicht ist aber ihr Freund ein Arsch und behandelt sie schlecht. Vielleicht hat sie sich mit ihrer Kollegin gestritten. Es gibt eine Menge Gründe, warum Frauen unfreundlich sein können.

    Also, Danke!
    Ich wünsche Dir und uns allen, dass Dein Text etwas bewirkt.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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    1. Ja, das ist eine furchtbare Masche, die Geringschätzung ausdrückt. Aber guess what, es gibt auch richtig gemeine und unfreundliche Frauen, einfach so! ;)

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Danke! Egal, ob alles korrekt und wissenschaftlich ist oder nicht - Ich fühl mich hier einfach wohl und bestätigt, dass das ein Thema ist, das viel zu sehr tabuisiert wird.

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  6. Aus Ehrfurcht vor dem Zeichen der Verbindung zwischen Frau und Göttin wurde Angst und Ekel. Das Menstruationblut war damals (als die gebährende Vulva das Tor war, durch das neues Leben in die Welt kam) das Signal, dass die Frau bald neues Leben in ihrem Körper entwickeln wird, also ein Zeichen ihrer Macht, Leben hervorzubringen.

    Dieser Ekel ... einfach nur bizarr. Vor sieben Jahren war ein sicherer Weg, aus IRC-Mainchats zu fliegen: Gespräche über Monatshygiene führen.

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  7. Und noch ein Nachsatz: vermutlich sollten wir Deutschland progressiv und pro-Vagina finden, weil es hier Tampons ohne Einführschiebeapparaturen gibt. Allein der Umstand, dass es doch unbedingt Tampons sein müssen, damit das Blut direkt gebunden wird und quasi "am Stück" entsorgt werden kann. Zwar wird (oder wurde) in jeder Packung beharrlich vor TSS gewarnt; nicht erwähnt wurde aber, dass das Blut Schlacken enthält, die abfließen sollen, anstatt von der Schleimhaut wieder absorbiert zu werden. Bei weniger starker Blutung führt die Benutzung von Tampons dann anschließend noch zur Austrocknung der Schleimhaut. Wenn's also noch nicht mit der Beschämung durch die Unreinheit gereicht hat, vielleicht klappt's dann bei der anschließenden Infektion. Aber zum Glück gibt es ja beduftete Slipeinlagen. Und Intimwaschlotion. Mit Bleichmittel. Beknackte Auswüchse der Vaginophobie.

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    1. Kerstin, danke für diese Anregungen! Ich habe das Thema Gesundheit und alles was drumherum angesiedelt ist, bewusst herausgehalten, weil ich den Artikel nicht überladen wollte. Aber das Thema ist unglaublich wichtig! In Teil 2 reiße ich das an, eventuell schreibe ich noh einen dritten Teil, in dem es nicht um Stigmatisierung, sondern Pathologiesierung und andere erschreckende Auswüchse der Vaginophobie (perfektes Wort!) des weiblichen Körpers geht.

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    2. Sowas wie Schlacken gibts nicht - wer sowas behauptet, ist eh unwissenschaftlich..
      Ansonsten sehr guter Artikel

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  8. Hervorragender Artikel! Gefällt. :)

    Hier übrigens ein wenig Product Placement für meine Lieblingstampons.
    Jetzt ohne Skorbut! :D

    http://tinyurl.com/cmmzeky

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  9. Die geschichten sind ziemlich krass. Vor allem die Aussage des Medizinstudenten. Mir ist das noch nie aufgefallen bei Jungs in meinem Alter. Was doch so wenige Jahre für einen Unterschied machen.

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  10. Hach. Es gibt ein paar Empowerment-Blogs zum Thema, aber man findet sie schlecht. Irgendwann bin ich über einen drübergestolpert, aber er versteck sich vor mir.

    Froh bin ich über Menstruation trotzdem nicht. Sie ist verbunden mit Schmerzen, Stimmungstief, erheblichem Aufwand. Das wird auch durch offeneren Umgang nicht verbessert. Wobei viele Frauen* ihre Periode ganz bewusst oder als Nebeneffekt der Pille unterdrücken- wär interessant mal den Anteil zu wissen. Sport durfte ich auch nie schwänzen, die Ausrede galt prinzipiell als suspekt, weil potenziell gelogen. Auch nicht so toll.

    Hier noch ein Artikel von Jezebel: http://jezebel.com/5960556/whats-your-period-like-after-you-have-a-baby

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  11. Toll, toll, toll -
    der Artikel & dass das Thema aufgegriffen wird!

    Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung! Das angesprochene Problem bedarf sehr viel mehr Bewusstmachung, gerade da sehr viele Frauen einfach so unhinterfragt annehmen, was Werbung und Co zu dem Thema meinen zu wissen...

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  12. Toller Artikel, danke!
    Ich hab auch schon einiges in der Hinsicht erlebt. Ich hab einen Typen kennengelernt, ihn echt gemocht, wir haben uns ständig gesehen und nach ein paar Wochen kam es dann zum Sex (zu dem Zeitpunkt war es keine Beziehung): Und natürlich bekomme ich ausgerechnet währenddessen meine Tage. Ich hab es aber nicht bemerkt, er auch nicht.. bis ich weg war und er das Blut auf dem Laken gesehen hat. Er hat mir danach geschrieben, dass "da Blut ist" und wie er das denn weg bekommt. Danach kamen häufiger Anspielungen und er wollte DESHALB nicht mehr mit mir schlafen. Im Endeffekt echt ein Glücksfall, weil ich dadurch keine Beziehung mit ihm eingegangen bin. Was für ein verklemmter Idiot..
    Und die üblichen Sachen in der Schulzeit kennt man ja leider echt zu genüge.. gerade dein Beispiel mit dem Toilettenpapier :D Viel zu oft passiert! Als Ausrede konnte ich meine Tage nie benutzen, leider dadurch auch nicht als wirklicher Grund, wenn es mir deshalb schlecht ging. Mein Sportlehrer hat bei "Ich hab Schmerzen wegen meiner Tage" sofort mit "Das gilt nicht, mitmachen kann man da aber schon!" reagiert und damals hab ich mich nicht getraut, etwas dagegen zu sagen. Eigentlich echt schlimm, wenn man in der Pubertät schon mit solchen Aussagen kämpfen soll.

    Liebe Grüße und ich freu mich auf Teil 2!

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  13. Ich weiß nicht recht, was ich kommentieren soll. Ich finde es gut, dass du den Artikel geschrieben hast und ich kann dir in deiner Forderung nach mehr Offenheit und weniger Tabuisierung nur zustimmen. Ansonsten erschrecke ich mal wieder über mein Unwissen. (Und darüber, dass es "Gegenwind" zu solchen Artikeln gibt. Ihr lest einen sehr persönlichen Artikel zu einem "Tabuthema" und kommentiert dann, dass er "unsachlich" ist? Gehts noch?) Danke!

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  14. Ich habe mal in einer Onlinegruppe zum Thema Sparen Menstruationstassen empfohlen. Gute Güte, was da los war. Auch bei Facebook ist mir mal ein Post über Blutbecher untergekommen und ich war schockiert, daß gerade Frauen (naja, vielleicht waren es Mädchen) mit Abscheu reagiert haben.

    Grüße
    Ute

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  15. Ich musste an unser Gespräch im Auto nach Berlin denken, als du meintest: "Ich stell dir ja auch keine Fragen nach deiner Periode!" - "Könntest du aber!"

    Danke für den tollen Bericht - erspart mir Arbeit, hatte ich nämlich auch im Kopf ;-)

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  16. Danke, Dani, für den tollen Artikel!
    Es ist wirklich schade, dass viele Frauen meinen, sich wegen ihrer Periode verstecken zu müssen und sich schämen. Oder auch für gelegentliche Zwischenblutungen, die ja auch total normal sind.
    Niemand kann etwas dafür und es ist auch lange nicht ekelig.
    Auch gut, dass du es quasi aus einer ziemlich einseitigen Sichtweise geschrieben hast. Normalerweise finde ich sowas nicht so toll, aber wenn es um Tabuthemen geht, finde ich schon, dass man da ruhig mal etwas anecken darf.
    Freu mich schon auf Periode 2!
    Liebe Grüße,
    Laura

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  17. Vielen Dank für diesen Artikel, du sagst ja selbst, dass er mit Absicht nicht vollkommen wissenschaftlich/sachlich ist, aber das muss er ja auch wirklich nicht sein. Ich habe in meinem Umfeld auch schon ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Mädchen getroffen, die es selbst wiederlich fanden (ich glaube übrigens, wenn Frauen es selbst als etwas sehr Negatives und Ekelhaftes präsentieren, ist es kein Wunder, wenn das den ein oder anderen Mann prägt, denn wenn man mit der Thematik "Menstruation" schon selbst total verkrampft umgeht, braucht man sich dann ja nicht zu wundern...) wogegen ein Kommilitone von mir alles über den Langzeitzyklus seiner Freundin inklusive Menstruationsbeschwerden erzählen konnte. Ich persönlich kann damit leben, wenn andere sich mit mir nicht über meine Menstruation (also das Blut an sich und die damit verbundenen "Praktiken" --> um Himmels willen nicht sexuell zu verstehen) unterhalten wollen. Wirklich belastend finde ich dagegen, wenn man Frauen dann total auf ihre Tage reduziert. Wenn also (zufällig) bekannt ist, dass man gerade seine Tage hat. Und wenn es dann heißt "Du bist ja gerade nicht zurechnungsfähig" oder "du bist so zickig - man merkt, dass du deine Tage hast", obwohl das in dem Moment eigentlich gar nichts zur Sache tut und man z.B. gerade nur Böse ist, weil das gegenüber etwas total Dummes gesagt hat und man ihn auch an jedem anderen Tag im Jahr dafür zurechweisen würde. Vielleicht sind manche Frauen ja auch nur gereizt während ihrer Tage, weil man sie in dieser Zeit anders behandelt. Mein Freund ist da zum Glück eine positive Ausnahme....
    Achja, ich wurde aber auch schon von Frauen verständnislos behandelt. Z.B. weil ich sehr starke Schmerzen hatte, sie das aber nicht kennt und dann meinte, so schlimm sei das doch nicht, ich solle mich doch nicht so anstellen und jetzt gefälligst mit tanzen gehen...

    aber es ist ja nicht nur die Menstruation. Auch das Gebären ist ja sehr tabuisiert. Ih. Wäh. Eklig. Bah. Das ist halt typisch unsere Gesellschaft. Aber wir sind ja soooo fortschrittlich...

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  18. Finde ich einen sehr guten Post,ich habe zum Glück in meinem Umfeld nicht so das Problem damit und mein Freund zum GLück auch nicht(Zudem ich durch hormonelle Verütung eh so gut wie gar nicht mehr blute),kenne diese Probleme aber auch und kann mich dir da nur anschließen!

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  19. Danke für diesen Artikel. Ich versuche seit einiger Zeit mir anzugewöhnen, in meiner Periode nicht mehr "ich habe Bauchweh" zu sagen, sondern dass ich gerade meine Tage habe. Ich bin erstaunt, wie schwer mir das fällt, vor allem Männern* gegenüber.

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  20. Schöner Text, ich freue mich auf Teil 2
    Etwas off topic aber es hat mich gerade daran erinnert: Hab ich den vierten Teil zum Thema "Weg mit der Pille" irgendwann verpasst oder kommt der noch? ^^ Damals war das der Grund, weswegen ich angefangen habe, deinem Blog zu folgen, auch wenn ich gemerkt habe, dass ich auch so gerne dabei bleibe ;)

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  21. Eigentlich müsste jeden halbwegs empathischen Menschen bei diesem Text das Kotzen kommen, aber Du und Deine Leser scheinen sich ja förmlich zu ergötzen an Körperflüssigkeiten und Beschreibungen von Pornographie. Die Projektivität legt wahrscheinlich hier die eigene Wahrnehmung fest, was genauso Creepy ist wie die von Dir beschreibenen Ekelszenen.
    Viel Spaß noch beim Sudeln.

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  22. Applaus!!! Wo ist der Gefällt mir-Button?

    Freue mich schon auf den zweiten Teil.

    BTW, ich hatte mal einen "Freund" der total der Meinung war, dass sein Sperma gut schmecken würde, weil er extra auf die Ernährung achten würde - ich hätte ihn fast angekotzt, so widerlich. Aber darf man ihm das sagen?

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  23. Interessant find ichs auch, dass manche Frauen denken, sie müssten sich extra herrichten wenn sie ihre Mens haben, weil sie sonst ja voll eklig sind und mit ihrem Körper nicht zurecht kommen- nur in ihrer Menszeit?! frag ich mich dann.

    Eine meiner besten Freundinnen wurde mir eigentlich erst da total sympathisch, als wir auf dem Balkon standen und wir über Tampons und so sprachen (obwohl ich sie damals kaum kannte) und feststellten, dass wir beide Tampons völlig ablehnen. Deshalb können wir uns auch gegenseitig fragen, ob sie oder ich ne Binde mithab :)

    Es ist halt immer ein Auf und Ab mit meinem Umgang damit. Aber sprachlich hab ich mir "Mens" angewöhnt, ich find das Wort so schön.

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  24. Mich wundert der Artikel msus ich sagen. Klar aus der Schule kenne ich das auch. Aber da wurde das auch gerne von den Mädels benutzt, wenn sie keine Lust auf den Schwimm- oder Sportunterricht hatten, hat man halt gesagt, man hätte die Tage.
    Und in der Schule wären Spermaflecken mind. genauso behandelt worden wie Blutflecken auf der Hose von der Periode. Also mit "ihh wie eklig".

    Allerdings habe ich noch nie wirklich mitbekommen, dass das als eklig empfunden wird. Einzige Außnahme die Werbung, in der es darum geht, irgendwelches Zeug für die Periode zu verkaufen.
    Habe auch noch keinen Mann kennengelernt, der ein Problem damit gehabt hätte, Sex während der Tage zu haben.
    Kann mir schon vorstellen, dass es sowas gibt, aber ich lebe irgendwie wohl in meiner Welt oder das ist eher selten.

    Insgesamt finde ich deinen Artikel schon etwas dramatisiert oder wundere mich über deine Gessellschaft.

    Liebe Grüße,
    Miria

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  25. Ich glaube dein Post ist grundsätzlich inhaltlich korrekt, jedoch gibt es noch viele ähnliche Beispiele, wie die Gesellschaft auf gewisse normale körperliche Funktionen reagiert und zwar mit gleicher Ablehnung.

    Schiwtzen ist zum Beispiel auch ein ganz natürlicher Vorgang und die meisten Menschen schwitzen bei Anstrengung/Stress etc. Schweiss nehmen wir dank evolutionären Markern als Gestank wahr (zumindest bei getrockneten Schweiss) und Männer schwitzen grundsätzlich etwas stärker und die chemische Zusammensetzung ist etwas anders, sodass Männerschweiss etwas unangenehmer riecht.

    Es gibt hunderte von Beautyprodukten, die zur Überdeckung des Schweissgeruches geschaffen wurden, die Werbungen (Axe, Nivea etc...) sind wohl allen bekannt. Ich muss nicht weiter erklären, dass hier genau die gleichen Elemente greiffen, wie bei deinen Beispielen. Schweiss gilt als unsexy, ekelerregend und abstossend. All dies wird auch in den (meist sehr oberflächlichen Werbungen) transportiert, wer stinkt hat keine Chance beim anderen Geschlecht, wer schwitzt ist hässlich, etc. Das geht dann soweit, dass Menschen mit Problemen der Schweissdrüsen sozial ausgeschlossen werden.

    Was bleibt ist wohl ein sozial vererbter Körperhass. Natürliche Körperfunktionen werden von unserer Gesellschaft (auch Husen, Niessen, Stuhlgang) soweit wie möglich ausgeblendet. Hat wohl in unserer Gesellschaft am ehesten etwas mit dem ungebrochenen judeo-christlichen Hass auf einen natürlichen Körper zu tun.

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  26. wann kommt der 2. teil? ich bin schon ganz gespannt! der beitrag ist super - vielen dank!

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    1. Ist für die nächsten Tage geplant. Da dieser und der daraufolgene Artikel so viel Trubel gemacht haben, wollte ich nicht alles auf ein mal raushauen ;) Ist aber nicht so schön provokant wie dieser, eher eine Geschichte :)

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  27. ich freue mich schon. geschichten sind prima. immer her damit :-)

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