Also das hier ist vegan und feministisch. Weil sonst alles scheiße ist.
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Montag, 21. November 2011

B12 - es geht los

Seit einigen Wochen, wenn nicht sogar Monaten steht eine Packung Veg1 bei mir zu Hause herum. Irgendwann hatte ich mir die mal bestellt, habe sie aber doch nicht genommen. Jetzt kann man natürlich fragen warum. Habe ich mich zumindest selbst gefragt. Vermutlich gibt es darauf die üblichen Antworten: Faulheit, Gedankenlosigkeit, Unvernunft. So grob zusammengefasst sind das wohl drei wichtige Faktoren. Andererseits fühle ich mich einfach irgendwie - absolut irrational und nicht näher begründbar - unwohl bei dem Gedanken zu supplementieren. Ist ja so unnatürlich, vermutlich macht mir genau das zu schaffen. 
Aber nachdem ich ja jetzt schon ca. ein Jahr vegan bin und man liest, dass der Speicher so zwischen 2-6 Jahren (da Angaben dazu schwanken ja nun wirklich stark) hält, man es aber nicht auf einen Mangel ankommen lassen soll, habe ich mich doch nochmal ein wenig informiert. Ausschlaggebend dafür war, dass mir aufgefallen ist, dass mir glaube ich überdurchschnittlich häufig Füße, Beine und Arme einschlafen. Nicht ständig, aber ich glaube öfter, als bei Anderen. Außerdem habe ich seit Jahren das Gefühl, dass nach langem Stehen oder laufen, also z.B. regelmäßig nach der Arbeit meine großen Zehen schmerzen und irgendwie taub werden. Das habe ich vor drei Jahren versucht zu beheben, indem ich mir gute Schuhe kaufte, was mir Fußschmerzen am Tag nach einer 11 Stunden Schicht kellnern erspart hat, jedoch nichts am Taubheitsgefühl geändert hat. 
Ist halt so, hab ich gedacht. Ich bin da leider immer etwas gleichgültig, was Schmerzen, Drücken, Ziehen, Kribbeln etc. bei meinem Körper angeht. Aber als mir klar wurde, dass jene Taubheitsgefühle und auch das Einschlafen der Gliedmaßen mögliche Symptome für einen B12-Mangel sind, habe ich doch etwas nachgeforscht. Das Ergebnis war, ich sage mal nicht erkenntnisbereichernd. B12-Mangel hat die klassischen Symptome, die auch 50 andere Arten von Mangel, Krankheiten, Überarbeitung und so weiter haben kann. Vor allem sind es so viele verschiedne, dass sie völlig zusammenhangslos zu sein scheinen. Meine genannten Taubheitsgefühle und das Einschlafen und Kribbeln der Gliedmaßen zählen ebenso dazu wie Müdigkeit, Hang zur Depressivität, Konzentrationsprobleme und verminderte Leistungsfähigkeit, Verdauungsstörungen, Appetitverlust (mit eventueller Gewichtsabnahme), Energie- und Gedächtnisverlust und noch viele mehr. (Quelle) Das sind für mich alles ziemlich nichtssagende Symptome, weil sie meiner Meinung nach auch sehr viele andere Ursachen haben können. So ist eine Diagnose rein an Hand der Symptome natürlich schwierig, einen Test zu machen, wäre wohl die sicherste Methode, aber darauf habe ich schlicht keine Lust. (Und jetzt bin ich wieder bei Faulheit, Gedankenlosigkeit und Unvernunft...)
Da ich ein paar dieser Symptome in unregelmäßigen Abständen seit einigen Jahren aufweise (andere wiederum gar nicht, bis hin zum Gegenteil) und ich 2008 auch einen sehr starken Eisenmangel hatte, halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass ich bereits zu Omni-Zeiten einen B12-Mangel hatte, da war meine Ernährung ja mehr als schlecht. Also versuche ich mich von der Angst der Unnatürlichkeit abzuwenden, denn bei genauerem Nachdenken halte ich den auch für absurd, schließlich mache ich ständig Dinge, die ich selbst als unnatürlich klassifizieren würde, mal ganz davon abgesehen, dass ich das gar nicht einmal so besonders genau definieren könnte.

Heute nehme ich meine vierte Tablette Veg1 und ich werde in ein paar Wochen mal eine Resonanz ziehen, ob/wenn ja was sich so getan hat und dann entscheiden, wie ich gegebenenfalls weitermache.



Welche Erfahrungen habt ihr mit (nicht) supplementieren gemacht?

Info: Sehr gute und ausführliche Informationen zu B12 findet ihr mMn bei Arcadio.

Samstag, 11. Juni 2011

Berlin und Halle!

Obwohl ich es mir zeitlich überhaupt nicht erlauben kann fahre ich nächste Woche zwei Freundinnen besuchen. Kennt ihr das, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt und man einfach nur raus will? 
Eine der beiden wohnt in Berlin, die Andere in Halle an der Saale. Berlin kenne ich mittlerweile verhältnismäßig gut, da wohnt immer irgendeine von meinen Freundinnen, aber das vegane Leben kenne ich dort noch nicht. In Halle bin ich überhaupt noch noch nie gewesen und bin deswegen umso gespannter!

Jetzt meine Frage an alle Berliner, Berlinkundigen, Haller und Hallekundigen: Wo gibt es das beste Essen? Wo die schönste faire Mode? Was ist ein Muss für Veganer oder auch einfach für Jedermann?

Dank happycow und veganguide habe ich mir schon einen kleinen Überblick geschaffen, aber ich freue mich über Tipps von euch! Und da die Zwei ganz normal arbeiten und zur Uni müssen, bin ich vermutlich auch alleine unterwegs, was ich nicht schlimm finde, aber wenn jemand Lust hat sich auf nen Sojamilchkaffe zu treffen, würde mich das trotzdem freuen :)

Mittwoch, 4. Mai 2011

Falafel und Ernährungstheorien

Falafel schmecken ja eigentlich selbstgemacht besser als aus dem Kühlregal, mal abgesehen von dem höheren Nährwert. Aber immer wenn ich die selbst gemacht habe, habe ich auch gleichzeitig eine riesen Sauerei veranstalten. Deswegen habe ich jetzt mal den Test gemacht und welche gekauft. Ich muss sagen, die waren lecker! Leider finde ich die Dinge grundsätzlich immer etwas trocken, deswegen tränke ich die immer in Öl oder Sauce... Nicht gerade ideal, aber lecker! Gestern und heute habe ich eine Art Mehlschwitze gemacht, Tahin, Pfeffer und Muskat hinzugegeben.






































Etwas anderes: Ich habe ein bisschen in Alicia Silverstones The Kind Diet gelesen. Es ist schon sehr amerikanisch, irgendwie leicht esoterisch, aber durchaus liebevoll und interessant. Was mich aus der Bahn bringt sind langsam die verschiedenen Ernährungstheorien. 
Laut Alica (bzw. der Makrobiotik) sind Tomaten, Kartoffeln, Auberginen und Paprika wegen des hohen Alkaloid-Anteils nicht für den regelmäßigen Verzehr geeignet. (Wird mit Arthtritis in Verbindung gebracht.) Ebenso Spinat und Mangold, die in ihnen enthaltene Oxalsäure verhindere die Kalziumaufnahme. Alles von den eben genannten Lebensmitteln ist in den letzten sechs Monaten Teil meiner fast alltäglichen Gemüsezufuhr geworden und eigentlich freue ich mich richtiggehend, dass ich das alles jetzt mag. Und nu?
In der Rohkost sieht man ja von verarbeiteten Produkten gänzlich ab, die Makrobiotik stellt das volle Korn, auch in Form von Reis, Cous Cous,  Pasta usw. in ihr Zentrum.
Ich habe oft gelesen, Obst sei das perfekte Lebensmittel für den Menschen wegen der vielen Ballaststoffe, es sei wahnsinnig schnell zu verdauen, habe gute, komplexe Kohlenhydrate usw. In der Makrobiotik sagt man, dass man eher weniger Obst, nur eine Portion pro Tag essen soll, da es im Verdacht stehe das Blut zu schwächen. (Was auch immer das genau bedeuten soll.)
Dass ich zu viele Nüsse esse weiß ich. Alicia empfiehlt eine Tasse verschiedener Nüsse pro Woche. Ich esse teilweise eine Tasse pro Tag. Aber zur Zeit halten sie mich davon ab, Schokolade und ähnliches zu essen, deswegen ist es vorerst okay für mich.
Was ich nicht verstehe ist der Ansatz, dass regionales Obst und Gemüse für einen am besten sei. Bzw. das scheint irgendwie einleuchtend zu sein, es ist perfekt auf das Klima und die Umwelt die uns umgibt etc. abgestimmt. Dann frage ich mich aber, warum so viele Algen, Miso etc. empfohlen wird. Das ist doch nun alles andere als regional, ebenso wie verschiedene Getreidesorten.

Ich habe nicht vor, mein neu liebgewonnenes Gemüse zu streichen. Was ich aber machen werde ist, mal etwas exotischere und auch regionale, oder in Vergessenheit geratene Lebensmittel auszuprobieren. Interessant finde ich da den Artikel über Grünes Blattgemüse von Mixxed Greens. Da und als ich den Salatmix von demeter gekauft habe ist mir aufgefallen, wie wenig ich kenne. Die Vielfalt muss etwas größer werden.  Da ich ja früher nie frisches Obst und Gemüse gegessen habe kenne ich erstens viele Sachen nicht und zweitens kostet mich es oft noch Überwindung. Ich merke aber, dass es besser wird, also werde ich in zukunft etwas mutiger sein. 
Insgesamt habe ich nicht vor, mich an irgendetwas streng zu halten. Ich kann die Ansätze und auch viele Erklärungen nachvollziehen, finde einige sehr einleuchtend, auch wenn ich mich da widerspreche, weil ich verschiedene Ideen einleuchtend finde. Ich merke so oder so, dass mir viel mehr auffällt, womit ich mich wohl fühle oder nicht und daran werde ich mich orientieren.

Was haltet ihr von so etwas? Findet ihr eine bestimmte Theorie einleuchtend? haltet ihr euch daran?

Freitag, 1. April 2011

Vegan trotz Soja-Allergie?

Eine Freundin hat sich mir vor einiger Zeit anvertraut. Sie hat erzählt, dass sie früher lange Vegetarierin gewesen ist, hat dann einen Typen kennengelernt der das schwachsinnig fand und sie hat es aufgegeben. Nach fast zehn Jahren haben die beiden sich jetzt getrennt und sie ärgert sich unter anderem darüber, dass sie wegen ihm wieder angefangen hat Fleisch und Fisch zu essen. Dann sagte sie, sie überlegt schon länger direkt beim Veganismus einzusteigen, sie würde sehen, wie gut das bei mit funktioniert. Allerdings ist sie laktoseintelerant, hat deswegen schon verschiedene Sojamilchprodukte ausprobiert und gemerkt, dass sie darauf allergisch reagiert. Jetzt trinkt sie laktosefreie Kuhmilch. Ich habe ihr mal Hafermilch ans Herz gelegt und die wollte sie mal ausprobieren. Aber was ist mit all den anderen Sojaprodukten? Ich achte schon sehr darauf, nicht viel davon zu essen, aber wenn ich mal so überlege esse ich eigentlich jeden zweiten Tag irgendwas aus Soja. Joghurt, Pudding, Sahne, hin und wieder mal Tofu, Soja-Reismilch zum Backen usw. Habt ihr zufällig Erfahrung damit, ohne Soja zu leben? Ich wüsste gerade nicht, wie ich das ganz ohne machen würde.

Samstag, 12. März 2011

Kosmetik: Mein Make-up

Ich habe mir überlegt, mal nicht immer nur über vegane Ernährung zu schreiben, sondern auch über Kosmetik. Daraus mache ich eine kleine Serie, ich stelle euch regelmäßig einzelne Produkte aus meinem Kosmetiksortiment vor. Das müssen nicht zwangsläufig vegane sein, denn ich habe noch ein paar Überbleibsel, für die ich mehr oder weniger dringend Ersatz brauche. Genau das gilt für mein erstes Produkt. Seit Jahren benutze ich das Camouflage Make-up von Babor. Kostet wenig, hält ewig, deckt alles ab, super. Ist sogar frei von Tierversuchen, aber leider enthält es Bienenwachs und Palmöl, weiter habe ich dann gar nicht mehr gelesen. Das Döschen hält bestimmt noch ein paar Monate, vielleicht sogar bis zum nächsten Winter, aber ich bin etwas ungeduldig und suche jetzt schon nach Alternativen.


Freitag, 25. Februar 2011

Vegan. Und sonst so?

Wenn ich zurück an meine Kindheit denke (hach, klingt das alt), dann wird mir immer klarer, wie dankbar ich meinem Vater bin. Auf der einen Seite immer ein Kind geblieben und für fast jeden Spaß zu haben, auf der anderen Seite hat er neben all seiner Albernheit nie die Ernsthaftigkeit verlorenn. Er ist zu großen Teilen dafür verantwortlich, dass meine Schwester und ich heute Menschen sind, die nicht wegschauen wollen, die, obwohl sie hinsehen nicht immer sofort auch alles glauben was sie sehen, die stets kritisch und skeptisch sind. Den eigenen Kopf benutzen und mitdenken, auch mal gegen populäre Meinungen sein können, das habe ich von ihm gelernt. Ebenfalls, dass man mit seiner Umwelt und seinen Mitmenschen behutsam umgeht. Eine meiner prägendsten Erinnerungen ist folgendes Gespräch:

Ich: Aber Papa, die anderen machen das auch, wenn nur ich meinen Müll nicht wegwerfe, bringt das doch nichts.
Er: So darfst du niemals denken. Wir sind nicht die anderen und nicht immer ist das richtig, was alle anderen sagen oder tun.
Ich: Verstehe ich nicht.
Er: Sieh mal, eine Mark ist nicht viel Geld. Aber wenn hundert Menschen eine Mark geben, dann hast du schon hundert Mark.


Ich war da vielleicht fünf Jahre alt, aber seit diesem Zeitpunkt versuche ich mich genau daran zu halten. Ich informiere mich, bilde mir eine Meinung und handle auch dementsprechend. Wenn das nicht der Norm entspricht, wird man immer schief angeguckt. Egal, ob man als Kind über Alufolie meckert, keine mehrfach verpackten Lebensmittel kaufen will, als Teenager als erste im Dorf eine Leggings trägt, die katholische Kirche in einer konservativen CDU-Gemeinde kritisiert, als Student das zugedröhnte Partyleben grundsätzlich schrecklich findet, oder man sich als Erwachsener gegen bestimmte Lebensmittel entscheidet.
Das klingt rebellisch. Aber, obwohl ich mich hin und wieder als Spielverderber gefühlt habe, war ich das nie. Ich war nie laut und habe Theater veranstaltet, ich habe nur immer getan was ich richtig fand und habe mit anderen darüber gesprochen. 

Aber je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass ich noch lange nicht so konsequent bin, dass ich meinen eigenen moralischen Ansprüchen Genüge tun würde. Praktisch bei allem was ich kaufe, geben ich einem schlechten Teil der Welt mein Geld. 
Wenige Konzerne verdienen sich dumm und dämlich und der Verbraucher sieht / bekommt nur die positiven Seiten (Verfügbarkeit, niedriger Preis, Luxus etc.) daran zu sehen. Lange Zeit bin ich davon ausgegangen, dass der Verbraucher das allein in der Hand hält. Die Nachfrage bestimmt immerhin das Angebot. Heute sehe ich das völlig anders. Dem Verbraucher wird es so schwer wie möglich gemacht sich zu informieren. Hinter der Industrie steckt ein riesiger Apparat der institutionalisierten Geheimhaltung. Gut getarnt durch diverse Siegel, die Qualität oder Herkunft bescheinigen sollen, direkte oder indirekte Werbung, die von allen Seiten suggeriert, was wir brauchen und uns einredet, was gut für uns sei. Von all den Schlupflöchern hat kaum jemand Ahnung, sie herauszufinden ist denkbar schwierig. Längst sind Industrie, Politik und Wirtschaft stark verknüpft. Subventionen und Steuererleichterungen sind nicht für die Gesundheit der Menschen gedacht, sonder für Gewinnmaximierung bestimmter Industriezweige. Der Verbraucher steht vor einem fast unentwirrbarem Labyrinth aus falschen, halbfalschen und wahren Informationen, die kaum zu unterscheiden sind. Und auch das nimmt er nur als solches wahr, wenn er sich bewusst und absichtlich damit beschäftigt. Lebensmittel- und Pharmakonzerne tun so, als wollen sie nur unser Bestes. Sobald ein Wissenschaftler spricht, wird ihm sofort Glauben geschenkt. Es geht immer so weiter.
Es wurden Siegel wie "bio" und "fairtrade" eingeführt, die sich Maßnahmen auferlegen, die ich eigentlich für selbstverständlich halte. Aber heute bilden sie nur eine kleine Nische im konventionellen Supermarktangebot, die unser Gewissen beruhigen soll. Natürlich, sozial und gesund ist nicht billig genug, liegt nicht im Trend, verspricht nicht das schnelle Geld.

An all das und an die globalen Konsequenzen für Mensch, Tier und Natur wurde ich durch die Postings von Tisi, Zombiekatze und MixedGreens wieder erinnert. 
Vegan leben ist ein erster Schritt. Aber wenn ich die Ausbeutung von Tieren ablehne ist es falsch als Konsequenz darauf auf billiges Kunstleder zurückzugreifen, Kinderarbeit, Aufkaufen von Ernten in hungerleidenden Ländern, massive Verschwendung, von Ressourcen etc. hinzunehmen. Vegan hin oder her, das ist alles in meinen Augen gleich falsch.


Meine persönlichen Vorsätze:

1. Fair Trade
Kaffee trinke ich schonmal nicht, aber ich beziehe das auf Schokolade, Nüsse, Textilien etc. Vor allem bei Letzterem sehe ich jetzt schon, dass ich Schwierigkeiten bekommen werde, aber ich werde mein Bestes geben.

2. Müllvermeidung
im Allgemeinen weniger kaufen, bewusst Gerichte mit Lebensmitteln zubereiten, die sonst wegmüssten, keine Plastiktüten mehr!

3. Palmöl
Mit Kleidung wohl das wohl schwierigste Thema für mich, da viele meiner nach dem Veganismus liebgewonnenen Produkte auf Palmöl basieren. Peanutbutter wird ab sofort selbstgemacht, alle anderen Produkte werden aus meinem Repertoire gestrichen oder zumindest durch faire Alternativen ersetzt. Das Zeug scheint ja wirklich überall drin zu sein.

4. Strom
Eine WG-interne Entscheidung und sicherlich auch eine Kostenfrage. Aber auf Grundlage diesen Artikels der Albert Schweitzer Stiftung werde ich mal einen Stromwechsel ansprechen.
Außerdem werde ich im Rest der Wohnung ausschaltbare Mehrfachstecker anbringen.

5. Lebensmittel
Trotz teilweise erheblicher Preisunterschiede möchte ich noch mehr Bio-Produkte kaufen. Am liebsten vom Markt, direkt und frisch von den Händlern und weniger bei Discountern. Lokal und saisonal. Kein Nestlé, kein Kraft mehr usw.

6. Soziales Engagement
Mit meinem Beruf strebe ich schon etwas in diesem Bereich an. Aber statt bis dahin zu warten, möchte ich meine bisher eher sporadische Teilnahme an der save me-Kampagne wieder ausbauen.

7. Urlaub
Ich liebe Reisen. Ich liebe fremde Städte, fremde Kulturen usw. Aber ich werde Flüge, besonders  Billigflüge wo es nur geht vermeiden, stattdessen wieder Zug oder mit der Mitfahrgelegenheit fahren.

8. Kleidung
Hängt eng mit Punkt 1. Fair Trade zusammen, ich führe das hier bewusst separat an, da ich dort wohl auf die meisten Schwierigkeiten treffen werde. Ich mag Mode und weil sie dort so erschwinglich ist, kaufe ich oft bei H&M & Co. Das will ich in Zukunft vermeiden. Ich möchte weniger, dafür hochwertigere und fair gehandelte Alternativen finden und wieder mehr second hand kaufen. Darauf freue ich mich regelrecht!
Ein andres Problem sind bei mir Schuhe. Seitdem mein Vater mir mit 13 das Buch "No Logo" von Naomi Klein gab, wollte ich eigentlich niemals Nike Produkte kaufen. Und jetzt befinden sich doch mehrere Paare in meinem Besitz. Zum einen ist mein Freund verrückt nach Turnschuhen und schenkt mir gerne mal welche. Zum anderen habe ich einen riesigen Unterschied in der Qualität und meinem Wohlbefinden gespürt. Ich arbeite oft 10-12 Stunden ohne Pause als Kellnerin, am nächsten Tag schmerzen mir mit den falschen Schuhen die Füße, Schienenbeine und die Knie. Mit meinen Nike Sneakern nicht oder zumindest nur wenig.
Hier muss ich gestehen die Entscheidung auf einen Punkt zu verschieben, an dem ich neue Schuhe brauche und das dauert hoffentlich noch eine Weile.

Diese Liste ist mit Sicherheit unvollständig und vor allem eins: unbefriedigend. Ich merke wie ich beim Schreiben überlege, ob ich das, obwohl es so wenig scheint, wirklich schaffen kann. Aber das war beim Veganismus auch so und jetzt fällt es mir unglaublich leicht.
Wie allen anderen geht es auch mir so, dass ich all dieses Wissen oft als Last empfinde. Manchmal möchte ich mein Laptop aus lauter Wut aus dem Fenster werfen, weil ich nicht mehr von all dem wissen möchte. Aber andererseits kann ich einfach nicht aufhören zu lesen.
Es kann nicht sein, dass ein winzig kleiner Teil der Welt im absoluten Überfluss lebt, weil wir den Großteil der anderen Menschen und Tiere ausbeuten, auf den Erhalt der Natur keine Rücksicht nehmen, die Meere leer fischen und gleichzeitig unseren Müll hineinkippen. Und es kann nicht sein, dass Politiker und Ökonome das wissen und fröhlich weiter machen. Und es kann auch nicht sein, dass Menschen das egal geworden ist. Ich möchte gerne so handeln und kaufen, dass ich das mit meinen moralischen Ansprüchen vertreten kann, aber oft gibt es keine faire Alternative und ich fühle mich betrogen und hilflos. In welcher Welt lebe ich, dass es schwierig und ungeheuer kompliziert ist sich menschen- und umweltgerecht zu verhalten? Für all die Armut auf der Welt ist der zerstörerische Reichtum in unseren Breitengraden zu großen Teilen verantwortlich. Und ich weiß, dass ich mit bloßem Boykott oder Verzichtserklärungen nichts ändern kann und das es niemanden interessiert.

Zwei Dinge treiben mich trotz des ganzen Pessimismus an:
Jeder Bürger muss sich wieder daran erinnern, dass er Einfluss hat. Statt Sätze zu sagen wie "bringt doch eh alles nichts" soll er Unmut für Demonstrationen, Streiks und Proteste nutzen. Egal um welches Thema es geht.
Ich möchte mit meinem Konsumverhalten nicht an dem Schlechten an dieser Welt teilhaben. Ich alleine, das ist zu wenig, das ändert auch nichts. Aber es gibt noch viel mehr Menschen, denen auch etwas an Nachhaltigkeit, Menschenrechten und Aufrichtigkeit liegt. Jeder Mensch mehr, der bewusste Entscheidungen trifft, ist etwas Gutes. Auch wenn es nichts bringt, es ist trotzdem richtig.


Dienstag, 15. Februar 2011

Das Perfekte Dinner - Bald bei mir zu Hause?

Okay... Folgendes ist passiert: Eine meiner Mitbewohnerinnen (ich glaube ich muss denen bald erfundene Namen geben, damit ihr wisst, von wem ich spreche) hat sich ohne etwas zu uns zu sagen beim perfekten Dinner beworben. Heute hat sie uns dann erzählt, dass sie ein Telefoncasting hatte und in ca. 10 Tagen ein Kamerateam in unserer Wohnung ein 75 minütiges Video dreht. Daraufhin wird dann entschieden, ob sie genommen wird, oder nicht. 
Jetzt haben meine andere Mitbewohnerin - sagen wir Mina - und ich folgende Probleme: Ehrlich gesagt will keine von uns beiden ins Fernsehen und keine von uns beiden will, dass unsere Zimmer von fremden Leuten oder gar Kamerafuzzis betreten werden. Und eigentlich will auch keine von uns beiden, dass hier überhaupt so ein Trara stattfindet. Jetzt mag man mich als verklemmte Spießerin statt lockerer Studentin bezeichnen, aber ich mag das einfach nicht. Allerdings ist es jetzt nunmal so und wenn die liebe - ich nenne sie einfach mal - Marie das gerne möchte, dann werden wie sie auch lassen. Klar ist nicht gesagt, dass sie weiterkommt, aber ich glaube ihre Chancen stehen nicht schlecht.

Jetzt kommt das Interessante: Ich bin eigentlich überhaupt nicht der Typ für Buttons, T-Shirts etc. mit "Meat is Murder" oder ähnlichen Botschaften, aber zufälligerweise ist meine Zimmertür direkt neben der Küche. Und dafür hätte ich jetzt so wahnsinnig gerne ein hübsches, subtiles und dennoch deutliches und unübersehbares Poster. Denn es wird quasi unmöglich sein, die Küche zu filmen und nicht wenigstens einmal meine Zimmertür mit drauf zu haben. Und egal, ob der lustige Kommentator das eines Witzes würdigt, die Gäste sich hämisch darüber auslassen oder nicht, ich möchte einfach, wenn man so will Präsenz zeigen. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

Und jetzt los, wer kennt schöne Poster?

Montag, 31. Januar 2011

Lippenpflege

Ich habe in den letzten Tagen sehr, sehr trockene und spöde Lippen bekommen. Ich weiß nicht, ob das hilft oder vielleicht doch eher schadet, aber ich knalle dann immer eine ordentliche Ladung Pflegeprodukte drauf. Mein Vorrat aus nicht-veggie-Zeiten neigt sich langsam dem Ende und jetzt weiß ich nicht, was ich kaufen soll. Ich hab mich mal bei dm umgesehen und die Balea, Alverde und Lavera Produkte enthalten alle mindestens Bienenwachs. Einen von Balea hab ich dann schlussendlich doch gekauft, der Bienenwachs war als synthetisch angegeben. Aber irgendwie trau ich dem auch nicht mehr so über den Weg und nach einiger Recherche finde ich den auch auf keiner positiv-Liste der dm-Eigenmarken.
Von Lush gibt es ja ein veganes Lipbalm (None of your Beeswax), aber der kostet auch wieder fast 8 Euro. Was benutzt ihr so, bzw. welche Lippenpflege könnt ihr empfehlen?
Apropos Lush, ich hab mir da ein Lippenpeeling gekauft, schmeckt nach Schoko und Vanille (Sweet Lips) und ist einfach himmlich! Meistens benutze ich es, wenn ich Heißhunger habe, weil der Geschmack mich schon ruhigstellt ;)

Mein aktuelles Sortiment: Carmex (-), Lush Lipbalm Whip Stick, (-) Balea Young Strawberry (?), Balea Young Sweet Vanilla (?), Lush Lipscrub Sweet Lips (+)