Also das hier ist vegan und feministisch. Weil sonst alles scheiße ist.
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Freitag, 25. Mai 2012

Was ich mir wünsche: Mehr Herrschaftskritik

Vor über einem Jahr habe ich hier einen Artikel mit dem Namen "Vegan. Und sonst so?" geschrieben. Es ging mir darum, dass man sich "nur" weil man vegan lebt, nicht auf die Schulter klopfen sollte, in dem Gedanken, man hätte die Welt gerettet. Stichwort Kinderarbeit. Stichwort Massenkonsum. Rückblickend fällt mir, auf, dass etwas entscheidendes gefehlt hat: eine Auseinandersetzung zu weiteren herrschaftskritischen Themen. Sowohl ganz allgemein, aber eben ganz besondern innerhalb der veganen Subkultur. Und ja, ich meine (Hetero-)Sexismus, Rassismus und andere Formen der Unterdrückung, zum Beispiel Fatshaming, um auf das eigentliche Thema des Blogposts zu kommen. (Lest dazu bitte die Artikel von Saskia: Fat shaming doesn't help animals und den von Seitansbraten: Fat shaming, gesundheit und warum vegan?)
Ich weiß auch, dass ich mich bei einigen Leuten unbeliebt mache, wenn ich wie hier über peta schreibe, oder wie hier über Alltagsrassismus (diesen Artikel würde ich heute übrigens auch nicht mehr genau so schreiben), aber ehrlich gesagt ist mir das mittlerweile echt egal. Ich habe nicht vor die vegane Szene zu spalten, sie zu zerstören oder was weiß ich, was man mir schon vorgeworfen hat. Ich verstehe lediglich nicht, wie Menschen, die in einen Thema so kritisch sind (oder sich zumindest so geben), so viel hinterfragen, so viel Empathie zeigen und sich letztlich durch den Veganismus ja durchaus auch einschränken, jedoch in anderen Bereichen so platt argumentieren, wie "wir" es so manchem militanten Fleichesser vorwerfen.
Ich wünsche mir sehr, dass sich ein Bewusstsein entwickelt für Unterdrückungsmechanismen aller Art, ich möchte, das neben Tieren auch Menschen respektiert werden, die nicht der Norm entsprechen. Ich will keine Hierarchien und kein Macho-Chauvi-Getue mehr sehen. Ich möchte stattdessen, dass Menschen sich öffnen, zurücknehmen, zuhören, nachdenken.

Vorgestern hatte ich eine Diskussion auf Facebook mit einem Menschen, den ich nicht mal kenne. Solche Diskussionen sind meistens unglaublich unsinnig und es passiert mir selten, dass ich mich darauf einlasse, bzw. mich einmische. Eigentlich ist es mir zu doof, zu anstrengend und zu ineffizient. Aber manchmal denke ich mir, dass gar nichts sagen eine Zustimmung ist. Es tauchte also bei Facebook ein Foto auf, welches ich hier jetzt nicht darstellen möchte, es lässt sich ganz einfach erklären. Beschreibung wie folgt: Ein Haufen Fast Food = dicke Frau | Ein Haufen Gemüse = dünne Frau. Überschrift: Einfache Rechnung. Also - Denk dran*! *Gilt auch für Männer ;-) Das hat mich entsprechend wütend gemacht und ich dachte, ein kleiner Hinweis darauf, wie diskriminierend das Bild ist, könnte nicht schaden. Bezeichnenderweise hat der Mensch, der das Bild veröffentlich hat, nicht mal verstanden worauf ich hinaus wollte. Er dachte, ich fände es diskriminierend gegenüber Frauen (als könnte ich nicht lesen oder als hätte ich das Bild nicht mal verstanden). Desweiteren wurde mir vorgeworfen, ich hätte keine Argumente, würde Stammtischparolen raushauen und sollte es doch selbst besser machen. Die Krönung war dann, dass er sagte, ich würde beleidigt reagieren, weil das bei mir wohl ein empfindliches Thema wäre. Menschen sind also nicht dazu in der Lage, sich für Andere einzusetzen oder Diskriminierung zu kritisieren, von denen sie selbst nich betroffen sind. Das Problem wurde als mein individuelles abgetan, nicht als strukturelles, nicht als Herrschaftsproblem - und ist so für ihn uninteressant und irrelevant. Eine beliebte Methode Diskriminierungsvorwürfe von sich zu weisen und der Meckertante die Schuld in die Schuhe zuzuschieben. "Wo kommen wir denn da hin, wenn wir jetzt auf jede Mimose Rücksicht nehmen müssen?!"

Der Mann hat mindestens ein mal in der "Diskussion" gesagt, er würde zu dem Bild stehen und ich würde nur herumnölen. Ich wollte euch die Diskussion gerne zeigen, heute ist das Bild und die dazugehörige Diskussion aber schon gelöscht. Das macht es natürlich nicht ungeschehen und ich bin ja auch nicht doof, ich habe während der Diskussion alles hübsch auf Bildschirmfotos festgehalten, also lest selbst:




Ich habe aus Gründen der Leserlichkeit und weil es meiner Meinung nach keinen inhaltlichen Mehrwert gab, alle anderen Kommentare zu dem Bild entfernt.


Ich bitte euch übrigens davon abszusehen in den Kommentaren über gesunde Ernährung zu diskutieren. Ich denke, wir wissen alle im groben, was gesunde und was ungesunde Ernährung ist, dass Veganer auch ein "Recht" auf ungesunde Ernährung haben, genau so, wie jeder andere Mensch auch. Aber was ich in der Diskussion noch deutlicher hätte machen sollen: Wir sollten uns langsam aber sicher von der falschen Annahme schlank = gesund | dick = ungesund verabschieden und aufhören, Menschenzu beschuldigen, weil sie nicht in unser (Schönheits)-Ideal passen.

Dienstag, 13. März 2012

So viele neue Outings

Seit Februar ist es hier ja etwas ruhig auf diesem Blog geworden. Das hat hauptsächlich zwei Gründe: Zum Einen habe ich tatsächlich einen Job beim WDR bekommen (irgendwann hab ich ja mal geschrieben, dass ich mich da beworden hab, ich weiß gerade nicht mehr wo), was zu einigem Hin und Her, Papierkram, Einarbeitung etc. geführt hat und zum Anderen ist unsere dritte Mitbewohnerin sehr kurzfristig ausgezogen und wir haben einen Großteil der Zeit damit verbracht, eine Neue zu suchen und das ein oder andere Möbelstück zu ersetzen. Zusätzlich zu unserer neuen Mitbewohnerin sind jetzt auch noch meine beste Freundin und ein weiterer Freund, die kurzfristig in Köln unterkommen mussten bei uns eingezogen. 
Hier ist gerade also ziemlich viel los und das hatte den Nebeneffekt, dass ich allen bis dato unbekannten Menschen, denen ich in den letzten Wochen so begegnet bin mitteilen "musste", dass ich Veganerin bin. Puh. Darüber hatte ich vorher auch gar nicht nachgedacht, meine Familie, meine Freunde und Kollegen wussten eigentlich alle bescheid. Ok, es hat nicht jeder gleich gut verstanden, "was das ist", aber immerhin wussten alle zumindest "dass da was ist".
Während unserer Mitbewohnersuche habe ich mich dazu entschlossen, gleich dazu zu sagen, dass ich vegan lebe, hauptsächlich, weil ich wissen wollte, wer wie reagiert. Beim WDR habe ich das auch allen schon bei der ersten Gelegenheit gesagt, weil es mir lieber ist, wenn man um mich herum darüber bescheid weiß, so dass ich nicht in unangenehme Situationen gerate. Und das ist auch gleich das richtige Stichwort, unangenehm finde ich es wirklich. Wenn ich so im Gespäch darauf kam und das gesagt habe, haben die meisten eigentlich auch ganz locker reagiert, weil ich selbst auch versuche, das möglichst unverkrampft einzubringen. Trotzdem sind es natürlich immer die selben Fragen, Gespräche, Argumente. 

"Ach, VEGAAAAAN?! Oh." 
"Mh, ok, aber wieso denn?" 
"Neeee, aber Kühe müssen nur ein mal ein Kalb bekommen, dann geben die ihr ganzes Leben lang Milch." 
"Aber für Eier stirbt ja niemand!"
"Wenn ich dir jetzt Eier von meinen glücklichen Hühnern mitbringen würde - ehrlich, die sterben auch nen natürlichen Tod und haben total viel Auslauf - würdest du die dann auch nicht essen?"
"Daniiiii, was isst du denn da, das ist doch nie im Leben vegan!" 
"Tut mir leid, aus dem Kiosk darfst du jetzt bestimmt nichts essen."
"Stört dich das jetzt, wenn ich am selben Tisch Fleisch esse? - das selbe Messer benutze wie du? - wenn Fleisch und so im Kühlschrank liegen?"
"Ich ess das auch kaum. Also außer Frischkäse, Quark, Joghurt, Fisch und Hühnchen."
"Lass mal sehen!" - "Was isst du denn da?" - "Wie hast du das gemacht und was ist da drin?"
usw. ...

Halleluja. Irgendwie kennen wir das ja alle, aber das war dann wirklich sehr geballt. Das witzigste war aber, als uns unser Besuch aus Spanien eine Freude bereiten wollte und uns ca. fünf spanische Würste mitgebracht hat. Er tat mir leider etwas leid, weil er nicht wusste, dass meien Mitbewohnerin und ich kein Fleisch essen und ich deswegen einfach lachen musste. Zum Glück ist er aber ziemlich locker und isst die Würste jetzt mit allen anderen nichtvegatarischen Menschen, die bei uns so zu Besuch sind. Insgesamt finde ich es aber positiv, dass fast jeder eher neugierig ist und auch gerne mitisst, wenn ich koche.

Für mich ist es definitiv am unangenehmsten, wenn ich Essen ablehnen muss. Bei den Würsten war es noch in Ordnung, aber zum Beispiel hatte an meinem ersten Tag beim WDR jemand seinen letzten Tag und für alle Donouts mitgebracht. Ich hab abgelehnt - habe mir Scherze darüber angehört, dass ich doch keine Diät machen brauche - mich bedankt, aber gesagt, dass ich Veganerin bin und das deswegen einfach nicht möchte. Das war dann schon eine komische Stimmung, hinterher hat man mir auch mehr oder weniger ernsthaft gesagt, dass sei etwas unhöflich gewesen. 

Unhöflich also. Vegan macht unsozial. Daran haben glaube ich viele am meisten zu Knabbern. Schwerer als der "Verzicht" fällt es mir, etwas nicht zu essen, was andere mir anbieten. Manchmal bin ich so kurz davor etwas doch zu essen, weil ich Angst habe, die Person sonst zu verletzen. Am schwersten gefallen ist mir das von Anfang an bei meiner eigenen Oma und auch bei den Großeltern von meinem Freund, aber auch immer dann, wenn ich mal irgendwo zu Gast bin. Einige Menschen verstehen nicht, warum ich das mache, den meisten werfe ich das auch nicht vor, aber es ist dann natürlich entsprechend anstrengend. Andere Menschen betreiben dann so viel Aufwand, dass ich es gleichzeitig rührend und unangenehm finde. Ich möchte einfach gar nicht so gern diese Extrawurst-Person sein, obwohl ich selbst auch kein Problem damit habe, wenn meine Gäste dieses oder jenes nicht essen und würde auch selbstverständlich zumindest eine Alternative anbieten.
So unangenehm mir das auch ist, es ist ein Teil von mir und den möchte ich nicht verraten. Ich habe mich aus freien Stücken dazu entschieden und es war von Anfang an klar, dass es unangenehme Situationen geben wird. Und irgendwann werden sich auch wieder alle neuen Menschen in meinem Umfeld daran gewöhnt haben. Wenn das für die dann auch nichts mehr Exotisches ist, habe ich meinen Normalzustand auch wieder zurück.

Montag, 12. Dezember 2011

Weihnachten wird vegan

Am 24. feiern meine Schwester und ich Weihnachten zusammen mit unserer Mutter. Dort wird es Racelette geben, das habe ich hier ja schon geschrieben. Am 25. sind wir dann mit unserem Vater bei unseren Großeltern, außerdem kommt noch die Familie von unserem Onkel. Letzte Woche hat unser Vater uns dann gefragt, ob Bekki und ich an dem Abend für alle kochen würden. Da habe ich mich natürlich total gefreut, kurz darauf war ich aber etwas verunsichert, weil wir das einfach so entschieden haben. Da ich weiß, dass mein Onkel und meine Cousins eher wenig bis gar nicht an diesem Thema interessiert sind oder es irgendwie nicht nachvollziehen können, fand ich es etwas unfair, eine solche Umstellung einfach über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden. Also habe ich gestern nachgehakt, ob es in Ordnung ist, wenn wir ausschließlich vegan kochen, oder ob meine Schwester und ich nur für uns etwas machen sollen. Heute Morgen kam die Antwort und nun steht fest: Das Abendessen am 25.12. wird komplett vegan! Juhuuu! 
Ich bin wirklich dankbar, dafür, dass ich so eine tolle Familie habe.

Bekki und ich haben uns folgendes Menu ausgedacht:
  • Zwiebel-Lauch Suppe
  • Grünkernfrikadellen
  • Süßkartoffelpommes
  • gebackene Champignons (à la Björn Moschinksi)
  • drei Dips: Tomate, Guacamole, Mayo (à la Björn Moschinksi)
  • Apfel-Rotkohl
  • Salat und etwas Rohkost
  • Marzipan-Spekuloos Bratäpfel

Nächste Woche wird dann erst mal in der WG Probe gekocht, morgen Abend backe ich mit der Zombiekatze und Frau Springsfield zusammen Kekse und am 18.12. ist auch wieder der wundervolle Brunch im Blänke. Ich bin was das betrifft zur Zeit gerade wirklich zufrieden!

Wie sehen eure Weihnachtspläne bisher aus?

Montag, 19. September 2011

Kleine unvegane Anekdötchen

Heute war ich nach der Uni noch ein bisschen mit Freunden unterwegs. Stundenpläne planen, etwas in die Stadt gehen, Pflichten verdrängen und was man eben so alles macht. Insgesamt haben wir drei Läden abgeklappert, wovon wir in zweien davon etwas getrunken/gegessen habe. Da ich schon länger nicht mehr in unveganen oder zumindest nicht in unvegetarischen Läden gegessen habe, hat sich mir mal wieder gezeigt, wie schwierig sich das gestalten kann.

Laden Nr. 1: 
"Einmal bitte den Nudelsalat ohne Parmesan." - "Klar, kein Problem." 
Salat kommt, ich finde beim Essen das ein oder andere Parmesanstückchen. Da hat wohl jemand zu spät daran gedacht und versucht den Parmesan wieder herauszufriemeln. Gesagt habe ich nichts, war mir irgendwie unangenehm.

Laden Nr. 2:
"Guten Tag, haben Sie zufällig etwas ohne Milch und ohne Eier?" - "Nein, aber dieser Kuchen hier ist ohne Mehl." Äh ja, danke sehr. Weiter gehts.

Laden Nr. 3:
Ich entdecke auf der Karte Smoothies mit Kokosmilch und frage die Bedienung vorsichtshalber, ob da auch "normale Milch" drin sei. "Mh ja, sind die eigentlich alle." (Hat mich dann doch gewundert, da da nichts von stand.) Ich frage, ob es möglich sei, einen ohne Milch zu bekommen. "Sind sie laktoseintolerant?" - "Nein, eigentlich möchte ich nur einfach keine Milch trinken." - "Achso, also wir haben auch laktosefreie Milch." - "Jaaaa, ich meine, ich möchte aber keine Milch trinken. Können Sie sie nicht einfach weglassen? Oder haben Sie auch Sojamilch?" - "Ja, Sojamilch haben wir auch." - "Okay, dann nehme ich einfach diesen Smoothie und falls der mit Milch gemacht wird, dann hätte ich gerne Sojamilch." - "Okay, kein Problem."
Fünf Minuten später: "Tut mir leid, wir haben leider kein Eis mehr für die Smoothies." (wtf?!) - "Okay, kein Problem, ich nehm einfach nen Pfefferminztee." Tee kommt und was ich noch nie gesehen habe: Er kam mit Honig statt Kandis. Das war mir aber zum Glück egal, denn ich süße Tees nur sehr selten.

Was mich am Rande wundert: Ich habe ja auch bevor ich vegan wurde schon gewusst, was es bedeutet. Aber auch was andere Themen betrifft, wenn meine Gäste mich wegen bestimmter Inhaltsstoffe fragen, höre ich immer genau zu, frage nach, wenn mir etwas unklar ist und um sicher zu gehen, frage ich nochmals die Köche. Aber heute kam ich mir meist so vor, als hätten mir die Leute einfach nicht zugehört, sehr schade.

Nach all den "Strapazen" hatte ich noch Lust auf etwas unkompliziertes und da ich eh noch in die Südstadt musste um auf der Arbeit etwas zu klären, habe ich mir im ecco (mein Bericht) zum Abschluss des Tages noch eine Karotten-Ingwer Suppe und eine Lavendel-Creme brûlée gegönnt und was hat das gut getan! Das vegane Angebot auf der Karte des ecco ist noch ein ganzen Stück gewachsen und ist vor allem sehr vielseitig. (Nur leider noch nicht online.) Frühstücke, Sojajoghurt, Pestos, Pasta, Seitansteaks, Desserts usw. und alle separat gekennzeichnet. Und lecker. Kann es nicht immer so einfach sein?!

Freitag, 5. August 2011

Vegane Wut #4

Über eine meiner Kolleginnen habe ich hier ja schon hin und wieder mal berichtet. (Siehe hier und hier) Gestern hat sie dann den absoluten Vogel abgeschlossen, ich glaube ich habe sie eine Minute lang mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen angestarrt, selten hatte ich einen solchen Kloß im Hals wie gestern.

Beim Schichtwechsel räumen wir die Tische ab. Auf einem liegt noch eine Broschüre von PeTA Kids "Warum veggie?" (hier als pdf-Datei). Ich finde die Broschüre gut gemacht, vor allem für Kinder, sie ist nicht zu brutal, informiert aber kurz und knackig über Grundgedanken und -ideen. Wie dem auch sei, ich habe mich gefreut, denn das Heft sah ziemlich zerlesen aus. Beim Reingehen zeigte ich es meine Kollegin und sagte, "Wie schön, ich hoffe hiermit hat jemand angefangen sich zu informieren." Ich blätterte es kurz durch und sie blickte kurz auf eine Grafik mit einer Wasser-Getreide-Fleich-Bilanz, ein Bild mit einem schwarzen, hungerndem Kind und der Überschrift "Veggie - für Menschenrechte. Weltweit hungern über 1 Milliarde Menschen" Und dann entwickelte sich folgender Dialog:

Sie: Ach, heißt das jetzt, wir sind auch noch Schuld daran, dass Kinder in Afrika hungern, oder was?
Ich: Öhm, naja. Das ist etwas vereinfacht ausgedrückt, aber ja, da gibt es durchaus Zusammenhänge.
Sie: (Seufzt und verdreht die Augen) Klar, D. Und wen hier ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt, dann kommt auf der anderen Seite der Welt ein Sturm an.
Ich: Bitte? Hier geht es um wirtschaftliche Zusammenhänge. Zum Beispiel darum, dass reiche Länder in armen Ländern Getreide aufkaufen.
Sie: Na und, das ist doch nichts Neues.
Ich: Äh, wird das dadurch etwa besser?
Sie: Nö, aber dann sind die in Afrika oder sonstwo doch selbst Schuld wenn die das an Reiche verkaufen.
Ich: Was??? Die sind doch froh, dass die kurzfristig mal richtig Geld verdienen können. Meinst du nicht, dass die, die auch die Wahl haben verantwortlich dazu sind "nein" zu sagen? Wir bräuchten das doch eigentlich überhaupt nicht.
Sie: Was willst du mir eigentlich damit sagen? Dass wir jetzt auch kein Brot mehr essen sollen?

Wie gesagt, ich war in meinem Leben selten so sprachlos. Nachdem ich meinen Wut-Trauer-Verzweiflungs-Kloß hinunterwürgen konnte habe ich noch versucht ihr zu erklären, was es mit dem Getreide auf sich hat, aber da war eh schon alles verloren und sie hat mir nicht mehr zugehört.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Rezept-Tipp und ein erstes Mal

Gestern gab es für meine Mitbewohnerin und mich etwas unfassbar leckeres zu essen! Ich wollte einen Gemüseauflauf machen und habe ein bisschen nach Ideen geguckt, da sprang mir bei Rezeptefuchs folgendes ins Auge: Überbackenes Gemüse mit Sesamkruste. In meinen Ohren klingt das wie ein kleines Stück Himmel auf Erden. Ich habe ein paar Dinge verändert, erstens habe ich anderes Gemüse benutzt (Kohlrabi, Brokkoli, Möhren, Paprika, Zuckerschoten und Kartoffeln), zweitens habe ich (wie fast immer) der Sahne noch frisches Muskat zugegeben und drittens habe ich die Kruste mit Sesam und Semmelbrsöseln statt geschrotetem Weizen gemacht.
Geschmacklich kaum zu übertreffen, jedoch muss ich zugeben, dass sowohl Optik als auch Konsistenz noch verbesserungsfähig waren. Ich denke ich habe das Gemüse zu lange im Vorhinein gedünstet und auch insgesamt zu viel Sauce gehabt. Außerdem hat meine Kurste diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient, wenn man versucht den Auflauf aus der Form auf den Teller zu heben, fällt alles zu einer Masse zusammen, aber was solls, lecker ist es und das reicht vorerst. Wann auch immer ich darüber geklagt habe, dass ich nicht weiß, wie ich ohne (fake) Käse gratinieren soll - vergesst das alles, Sesamkrümelkruste regiert meine zukünftigen Aufläufe!




















Außerdem: Ich benutze seit ein paar Monaten eine Tasche mit der Aufschrift "vegan means i dont't eat, exploit or wear other beings". Mein Freund findet die nicht so schön, aber ansonsten hat das noch niemand kommentiert ;) Heute morgen lief in der Uni allerdings ein Typ neben mir her der mich so merkwürdig von der Seite anguckte. Ich dachte schon, irgendwas sei los und habe schon überprüft, ob mein Reißverschluss zu ist, oder ob ich Flecken auf der Jacke habe.... Und dann fragt er mich im Gehen:

"Sind Pflanzen für dich keine Lebewesen?" (tatsächlich war der Ton eher interessiert als herablassend oder ähnliches.) 
Ich musste direkt ein bisschen lachen und antwortete: "Klar, aber wenn du die Pflanzen direkt isst, und nicht die Tiere die die Pflanzen essen, dann gehen dabei auch weniger Pflanzen drauf."
"Hm hm, das leuchtet ein. Aber du tötest sie ja im Endeffekt doch?!"
"Ja, Lichtnahrung funktioniert nunmal nicht."


Und da trennten sich dann auch schon unsere Wege. Das war das erste Mal, dass mich jemand direkt darauf angesprochen hat und irgendwie weiß ich nicht so recht, wie ich das bewerten soll. Er war auf jeden Fall nett und hat sich mit dem Spruch auch nicht wie die meisten anderen für super-clever gehalten, es war eine ernst gemeinte Frage. Aber ich glaube trotzdem, dass ihm mein Argument noch nicht überzeugt hat. Weil Tot ja so oder so stattfindet. Trotzdem mochte ich die offene, interessierte Art. Mir fällt sowieso auf, dass die Leute, statt Fragen zu stellen, das Vegan-Sein direkt als bekloppt vorverurteilen. Ich weiß noch genau, als ich noch Omni war, fand ich Vegetarier und Veganer immer total interessant (wie fast alle Menschen, die irgendetwas "anders" machen) und habe sie oft nach ihren Beweggründen gefragt. Deswegen freue ich mich jetzt einfach mal über Interesse.

Montag, 20. Juni 2011

Der Halle-Bericht

Halle hat mich nun wirklich überrascht. Es gab veganes Essen, als wir keins erwarteten und in einem vegetarischen Restaurant wurde ich missbilligend beäugt und außerdem ist die Stadt viel schöner als ich erwartet habe.

Fast das erste nach meiner Ankunft war ein Treffen mit Saskia von walking between the lines bei La Karot. Das hat mich total gefreut, ich habe mich noch nie mit jemandem aus dem Internet getroffen, aber wenn die Chemie zu stimmen scheint kann man das ja machen. Und anscheinend kann ich mich auch im Internet noch auf meinen Menschenverstand verlassen, denn wir haben und auf Anhieb echt gut verstanden. A. ist auch mitgekommen und wir haben schön geplaudert über dieses und jenes und natürlich auch über das Vegansein. Wir haben uns dann noch ein Eis gegönnt, sind etwas durch die Stadt geschlendert und mussten uns dann doch verabschieden. Leider hatte ich an dem Tag meine Kamera im Rucksack vergessen, deswegen verweise ich an dieser Stelle einfach mal auf Saskias Posting, dem kann ich mich nämlich einfach so anschließen.

Am nächsten Tag haben wir in der Ökoase zu Mittag gegessen. Die Ökoase ist ein rein vegetarisches Restaurant, entspricht von der Einrichtung her nicht ganz meinem Geschmack, aber das soll ja nichts heißen. Die Überraschnung kam dann, als ich fragte, ob sie auf etwas veganes zu Essen hätten. Eher im Scherz habe ich hinzugefügt "Vielleicht ja sogar die Gemüse-Lasagne?" woraufhin ich einen herablassenden Blick und die Antwort "Na das glaube ich kaum, der Käse macht die Lasagne ja aus." erntete. A. und ich haben uns irritiert angesehen und ich wollte gerade sagen "Ach, ich dachte immer, das würde das Hackfleisch machen." als die Besitzerin hinzukam und mir die Tofu-Gemüsespieße empfahl. Sie war wirklich freundlich, also schluckte ich meinen Groll hinunter, wir bestellten, bezahlten und setzten uns nach draußen. Unser Essen kam recht zügig, meins mit dem Kommentar "Einmal die veganen Spieße", was mich hoffen ließ, dass der grüne Dip und die Salatsauce auch vegan waren. Auf der Karte standen die Spieße mit Chilisauce, also bin ich davon ausgegangen, dass diese vielleicht nicht vegan war und ich dafür eine andere bekommen habe. Ehrlich gesagt habe ich aber nicht mehr nachgefragt sondern einfach gegessen. Es war dann aber wirklich lecker! Besonders der Tofu schmeckte irgendwie anders (besser!) als wenn ich ihn selbst zubereite.



Animal Liberation Schmiererei noch zu erkennen ;)




































Abends haben wir selbstgekocht. Mal wieder die Fenchelsuppe (die ist aber auch lecker!) und Veggie Bolognese a lá Attilla Hildmann. Die WG war interessiert, hat unbefangen mitgegessen und alles für lecker befunden. (Haben sie zumindest gesagt ;) )







































Später waren wir auf einer Party in der Schäse (ich habe erst später herausgefunden, dass das französische Wort Chaise gemeint ist...) und es war richtig gut! Zugegebenermaßen musikalisch nicht so mein Ding, ich mag eher echte Instrumente und Herzblut in der Stimme als minimalistisches Gepiepse oder den ganzen anderen elektronischen Kram. Aber kann man ja mal machen und das Publikum war bunt gemischt aus allen Subkulturen und Altersgruppen zusammengesetzt, das gefällt mir immer. 
Die  Schäse bestand aus zwei Gebäuden und einer Art Garten. Eines der Gebäude ist wohl mal eine Wohnung oder ein Schuppen gewesen, es gab zwei Räume, einen Durchgangsbereich mit Theke und ziemlich viel Zugluft. Das andere Gebäude war wohl eine alte Villa mit Stuck, einem wunderschönen Treppengeländer usw. (abgeranzt aber schön^^). In einigen Räumen legten DJs auf, in einem anderen standen bestimmt 15-20 alte Ataris und Spielekonsolen, im nächsten Zimmer lagen einfach so Turn-Matratzen herum und im wieder nächsten wohnten glaube ich Leute... 
Draußen war alles total verwinkelt, es gab mehrere Bars, in der Luft zwischen den Bäumen hingen Lampen die aus Plastikbechern zusammengebastelt wurden, Diskokugeln, umgedrehte Regenschirme und anderer Kram. Es fing ziemlich stark an zu regnen und wir haben uns unter einer Imbissbude untergestellt. Schnell sahen A. und ich die Schilder: "Tofu-Nudelpfanne" und "Seitanburger".
Dann ergab sich ungefähr Folgendes: Neben uns stand ein Haufen Metaler die wir spontan fragten "Ah, esst ihr gerade den Veggie-Burger?" "Was?""Die vegetarischen Burger?" Geschmunzel und Glächter. "Nee, das ist Fleisch." Wir gehen also zum Koch und fragen ihn, ob es denn auch die vegetarischen Sachen von den Aushängeschildern gibt und er sagt "Jaja, hier ist alles vegan. Was so aussieht wie Fleisch ist Glutamat, das ist so ein Ersatz." Ich wäre fast hinten rüber gekippt vor Lachen! A. hat sich dann noch einen Burger, der eigentlich eher ein Sandwich war geholt und mich mal probieren lassen. Es war wirklich lecker, leider war ich aber noch total mit Bolognese vollgestopft...
Später wurde uns übrigens erzählt, dass normalerweise nur eins der Gebäude geöffnet hat und das auch draußen sonst nicht so viel los ist. Aber das "Reileck" (?) hat zehn-jähriges Bestehen gefeiert. Gut für uns!
Das musste natürlich festgehalten werden ;)




















Übrigens habe ich noch etwas entdeckt. Die Naschmadame ist nirgendwo online gelistet, obwohl sie aber im Schaufenster auch mit veganem oder allergenfreiem Gebäck, Cupcakes, Catering etc. wirbt. Ihr Laden sieht von außen wunderschön kitschig aus und ich bin selbstverständlich hineingegangen, aber dann kam die Enttäuschung: veganes, glutenfreies oder sonstirgendwie "außergewöhnliches" muss mindestens zwei Tage vorher vorbestellt werden. Wenn ich in Halle wohnen würde, würde ich da so oft Sachen vorbestellen, dass es sich lohnen würde, die ins reguläre Angebot mit aufzunehmen^^ Immerhin können das ja auch nicht-Veganer essen, also sollte es doch kein Problem sein die Sachen loszuwerden. Naja, beim nächsten Besuch bestell ich mir ne Ladung Cupcakes :)

Ich Habe Halle wirklich lieb gewonnen. Dank meiner neuerworbenen Bahncard werde ich mir jetzt wohl in Zukunft öfter eine Fahrt nach Berlin und Halle gönnen und die Abwechslung zu Köln genießen.

Freitag, 10. Juni 2011

Womit man sich so herumplagen muss.

1. Szene
Meine Kollegin J. erzählt gerne allen Leuten einfach so dass ich Veganerin sei. Dann steh ich da immer schon wie auf dem Präsentierteller, total unbeholfen. Gestern hat sie nach langer Zeit mal wieder ihren Freund C. mitgebracht, der auch mal bei uns gearbeitet hat. Sie bietet mir Weingummi an.

Ich Nee danke
Sie Ach ja. Zu C. Die D. ist nämlich Veganerin.
C. Ah, also kein Fleisch mehr?
Ich Hm, genau.
Er Und wieso dann kein Weingummi?
Ich Ist Gelatine drin.
Er Ah, woraus besteht das nochmal?
Ich Meistens Schweineschwarte.
Er Ah ok.
J Aber die ist nicht nur Vegetarierin, sondern Veganerin!
C Hab vergessen, was das überhaupt ist...
Ich Ich konsumiere nichts vom Tier.
C Ah ja, da kannst du ja froh sein, dann bekommst du bestimmt bald ne Top-Figur!

Öhm ja, vielen Dank für diesen äußerst reflektierten, kompetenten und sensiblen Kommentar!


2. Szene
Meine Mitbewohnerin back Muffins.
Ich Mh, die riechen ja gut!
Sie (mit mitleidigem Hundeblick) Ja aber die kannst du ja überhaupt nicht essen?!

Argh! Muffins riechen nunmal gut, ich rieche beim besten Willen auch keinen Unterschied zwischen veganen und nicht veganen Muffins. Und wenn etwas gut aussieht oder riecht, dann darf ich das doch auch sagen, unabhängig davon, dass ich das nicht essen möchte.


Gestern habe ich übrigens einen tollen Salat gegessen: Blattsalate, Tomaten, Champignons und Basilikumtofu (mein neuer Liebling!) mit Süßkartoffelchips. Dazu habe ich einfach die in Scheiben geschnittene Süßkartoffel mit einer Mischung aus Rapsöl, Curry, Paprika, Chili, Salz & Pfeffer bestrichen und bei ca. 170°C eine halbe Stunde in den Ofen gegeben. Wahnsinnig lecker!



















Und gerade trinke ich einen Smoothie aus 100g Himbeeren, Maracujasaft und eine halben ausgepressten Zitrone. Bei heißen Wetter mit Eis, mh, da hätte ich jetzt Lust drauf!

Donnerstag, 2. Juni 2011

Neuer Vorsatz: Eine Spende pro Monat

Das überlege ich mir schon länger. Bisher habe ich eigentlich nur zu aktuellen Anlässen gespendet, das möchte ich jetzt ändern. Ich werde jeden Monat einen Betrag an eine Organisation spenden, die sich um Tier-, Umwelt-, und/oder Menschenrechte/-schutz kümmert, ob international oder lokal spielt dabei keine Rolle. Den Betrag werde ich nicht preisgeben, er wird sich an das anpassen, was ich gerade entbehren kann. Ich möchte mich weder als Angeber, noch als Geizhals darstellen, mein Ziel ist zum Einen mit dem was ich übrig habe etwas vernünftiges anzustellen und euch zum Anderen gleichzeitig jeden Monat eine gemeinnützige Organisation vorzustellen bzw. (wieder) in euere Bewusstsein zu rufen.


Meine erste Spende geht an die Sea Shepherd Conservation Society.
Sea Shepherd setzt sich mit nicht immer unumstrittenen Methoden für den Schutz der Meeresbewohner ein und hat besonders gegen den Walfang in Japan schon große Erfolge verzeichnet. Sea Shepherd arbeitet immer vor Ort und hindert die Leute, die ihrer Meinung nach gegen das (internationale) Recht verstoßen direkt aber gewaltfrei an ihren Vorhaben. Sie kritisieren stark, dass es manche Gesetze zwar gebe, diese aber einfach von niemandem kontrolliert oder sanktioniert würden. Daher betrachten sie es als ihre Pflicht in diesen Gebieten das Gesetz durchzusetzen.  So konfrontieren sie nicht nur japanische Walfänger, sondern auch kanadische Robbenfänger, Langleinenfischer vor den Galapagosinseln, Thunfisch-Fischern in seit Kriegsbeginn vernachlässigten libyschen Gewässern und so weiter mit ihrem Widerstand. Sie bezeichnen Wale, Delfine, Haie, Schildkröten und alle anderen Meeresbewohner als ihre Klienten und weisen darauf hin, dass sobald die Ozeane sterben, auch die Menschen sterben.
Wenn man sich selbst gleichzeitig als Pirat und Polizist bezeichnet, oder sagt, Würmer seien wichtiger als Menschen, dann wird das natürlich kontrovers diskutiert. Letzteres deutet allerdings meiner Meinung nach wieder nur auf die menschliche Arroganz hin und ist nicht besser als die Erde ins Zentrum des Universums zu stellen.

Ich selbst bin immer eher der diplomatische Laber-Typ (auch Angsthase genannt), habe aber großen Respekt vor Leuten, die sich auch auf unkonventionelle Art und Weise für das einsetzen, woran sie glauben und sich nicht beirren lassen.
Seit einigen Jahren begleitet der Sender Animal Planet die Flotte um Captain Paul Watson in die Antarktis. 'Whale Wars' wird auch in Deutschland auf DMAX ausgestrahlt, online kann man die Episoden auch hier ansehen.

Ich verlinke euch mal ein Video, in dem Paul Watson eine Rede zum Erfolg der vergangenen Kampagne in Japan hält. Ich persönlich empfinde ihn irgendwie als einen sehr unangenehmen Mann, ich bin mir auch nicht sicher, ob diese mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Methode immer die Beste ist. Aber ich denke trotzdem, dass wir solche unangenehmen und unbequemen Menschen unbedingt brauchen. 
Mir gefallen besonders der Vergleich von Menschen als Passagiere und das Zitat von Margarete Mead (was ich ja auch schonmal gepostet habe, etwas anders allerdings).


Samstag, 28. Mai 2011

Ein neuer Mixer und zwei neue Veganerinnen

Melone, Erdbeeren, Heidelbeeren, Minze, Maracujasaft
Nachdem die Nachfrage nach meinem Mixer größer war, als erwartet, dachte ich, ich widme ihm einfach mal ein eigenes Posting. Ich habe ihn für fast 50 € bei Saturn gekauft. Für fünf Euro weniger gab es einen, der viel besser in unsere Wohnung gepasst hätte, viel kleiner und robuster war und ein einrollbares Kabel hatte. Aber das war einfach nicht das was ich wollte, ich habe keine Lust mehr, Geräte zu kaufen, die "O.K." sind, ich will endlich Equipment haben, mit dem man lange und zuverlässig arbeiten kann. Und dieses Teil von Gastroback ist so richtig schön robust. Der Krug ist aus Glas, lässt sich total leicht reinigen und es gibt sogar eine Eiscrush-Funktion. Zum Reinigen muss man den Krug eigentlich fast nur mit Wasser ausspülen, ggf. mit einem Lappen nachgehen oder mit klaren Wasser einmal mixen. In besonders hartnäckigen Fällen kann man die Einzelteile auch auseinanderschrauben, das habe ich aber bisher noch nicht gebraucht. Seitdem ich das Teil habe, ist es ständig im Einsatz, einfach weil es so viel Spaß macht, mache ich mir teilweise Smoothies als komplette Mahlzeit. Jetzt wo es wieder wärmer wird ist das aber auch einfach perfekt!

Es gibt aber noch etwas anderes schönes zu berichten. Zwei Freundinnen von mir sind gerade dabei ihr Leben auf vegan umzustellen.
K. war früher lange Vegetarierin, aber ihr Freund hat sie immer ein bisschen damit aufgezogen und irgendwann hat sie es aufgegeben. Nachdem sie sich jetzt getrennt haben, hat sie sich ziemlich darüber geärgert und hat überlegt statt wieder in ein vegetarisches, direkt in ein veganes Leben einzusteigen. Dazu hat sie mich vor ein paar Monaten gefragt und ich habe ihr eine lange Linkliste gegeben. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Posting über Soja-Allergie? Da ging es um die liebe K. und ich glaube, sie hat sich langsam in das Thema eingearbeitet.

G. hat immer zwischen nicht-vegetarisch und vielleicht-ja-doch-vegetarisch geschwankt. Letzte Woche hat sie mich gebeten ihr zu erzählen wie es mir geht und was ich so für Tipps hätte etc. Ich habe ihr dann fast die gleichen Links wie K. gegeben und sie arbeitet sich gerade dadurch. Nebenbei liest sie "Die Essensfälscher" von Thilo Bode und will sich Skinny Bitch etc. von mir ausleihen. Allerdings versucht sie gleichzeitig auch vom Zucker loszukommen, das stelle ich mir beides gleichzeitig ziemlich schwierig vor und sie sagt selbst, dass sie gerade aus lauter Überforderung fast ausschließlich Brot mit verschiedenen Aufstrichen aus dem Bioladen und eben Obst isst.

Gerade ist es so, dass ich regelmäßig per Facebook und SMS von beiden Fragen gestellt bekomme a là "Worauf muss ich bei Weißbrot achten?", "Welchen Haferdrink kaufst du nochmal immer?" oder "Wie heißt das Gewürz, das angeblich so wie Käse schmeckt?"
Trotz der Euphorie bin ich noch nicht so sicher, ob beide auch dabei bleiben werden. K. ist nicht gerade eine begeisterte Köchin, wenn sie "schlecht" isst, könnte das schwierig werden, vor allem wegen ihrer ganzen Allergien. Und G. bleibt glaube ich wenn überhaupt Veganköstlerin, ich würde sie zwar als ziemlich begeisterungsfähig beschreiben, aber ich habe selten erlebt, dass sie ein Ziel langfristig konsequent verfolgt. Außerdem liebt sie Mode, Kosmetik und Parfüms über alles, dass sie da Abstriche macht, kann ich mir kaum vorstellen. Aber gerade mache mich mir darüber wenige Gedanken und ich stelle auch keine aufdringlichen Fragen, ich versorge die beiden einfach fleißig mit Informationen, Tipps und Rezepten :)

Edit: Ach, nochwas: Die Muffins, die ich gestern Mittwoch gebacken habe wurden von meinen Kollegen, unter anderem einem gelerntem Konditor als "die geilsten Muffins auf Erden" gesegnet :)

Mittwoch, 25. Mai 2011

Schon wieder Mensa

Langsam habe ich Angst euch mit meinen Mensa-Posts zu nerven, aber ich wollte euch gerne einen Online-Artikel vom Kölner Stadtanzeiger zeigen. Er handelt von Björn Moschinskis Schulung in der Mensa und fällt ziemlich positiv aus. Unter Anderem geht hervor, dass das Angebot auch auf andere Mensen in Köln ausgeweitet werden soll, denn bis jetzt kam kein anderes Angebot so gut an wie die Einführung des veganen Gerichts! In der Hauptmensa macht das vegane Essen ca. 10% aus und da kommen dann noch die zwei vegetarischen Gerichte zu und die Salatbar ist auch noch nicht mitgezählt. Da macht doch lesen Spaß, das geht runter wie Alsan ;)

Montag, 2. Mai 2011

Ich bin nicht allein

Dass ich nicht die einzige Veganerin bin, weiß ich selbstverständlich. Manchmal glaube ich aber, es gebe andere Veganer fast nur in meinem "virtuellen Leben", nicht aber "in echt". Umso schöner ist es dann, wenn man doch mal einen trifft. Ich kenne nur zwei andere Veganer persönlich. (Ich weiß noch von ein paar mehr, aber von kennen kann nicht die Rede sein.) Den einen kenne ich noch nicht so lange, den anderen schon seit ein paar Jahren, aber der ist einer von den Menschen, von denen man nichts mehr hört, sobald sie in einer Beziehung leben. Zu unserer alljährlichen Tanz in den Mai-Party ist er aber gekommen und er hat mich sofort ausgefragt und sich total gefreut. Wir haben beide an ein Gespräch von vor zwei Jahren zurückdenken müssen, bei dem ich ihn total ausgefragt und versucht zu erklären habe, dass ich ja Massentierhaltung doof finde, aber da man Fleisch für Eisen und Milch für Kalzium braucht, vegan sein doch zu extrem wäre und man doch einfach einen moderaten Weg einschlagen soll. Wenn ich jetzt daran zurückdenke kann ich einfach nur lachen ;-)

Eigentlich gibt es dazu gar nicht viel zu erzählen, dieses Posting ist ziemlich aussagslos, ich habe mich einfach sehr darüber gefreut mich mal so mit jemandem austauschen zu können, mich normal und nicht wie ein Freak zu fühlen. Und es macht einfach Spaß über Erfahrungen, Patzer, Entdeckungen usw. zu reden. Ich habe das Gefühl, dass ich für alle in der Uni "die Veganerin" bin, als wäre das meine einzige Eigenschaft. Bei ihm ist es so, dass er sehr sportlich und trainiert ist, wenn jemand mitbekommt, dass er vegan lebt, kann das nie jemand glauben und er muss noch viel öfter und viel mehr blöde Fragen beantworten als so ein Normalo wie ich. Obwohl keiner von uns beiden das anderen Leuten sofort auf die Nase bindet. Aber mit Leuten, mit denen man regelmäßig Zeit verbringt, kommt man automatisch mal an den Punkt an dem es sich eben ergibt.
Außerdem tat es mir ganz gut, dass er mich auch in gewisser Weise gebremst hat. Ich versuche ja viele Sachen auch Fair Trade zu kaufen, aber oft ist das nicht so einfach und mittlerweile fühle ich mich  schlecht, wenn ich etwas kaufe von dem ich überzeugt bin, dass es unökologisch und/oder unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt wurde. Tatsächlich hat er mich wieder etwas auf den Boden geholt und mir mein schlechtes Gewissen genommen. Ich weiß auch so, dass ich die Welt mit meinen Kaufentscheidungen nicht verbessern kann, aber es bringt auch einfach nichts, wenn ich mir selbst deswegen immer die Hölle heiß mache.

Party-Essen gab es natürlich auch, aber nur ganz einfaches: Kartoffel-Chili-Ecken mit Erdnussdip (keine Sorge, zum Grundnahrungsmittel ist das bei mir noch nicht geworden) und Avocado-Joghurt-Cashew-Dip. Und tadaaaa, es hat allen geschmeckt. Dass es vegan war, wussten allerdings die wenigsten, ich hab keine Lust das immer so heraushängen zu lassen. Obwohl es natürlich nicht schaden kann wenn die Leute es total unvoreingenommen essen und es dann im Nachhinein, wenn sie begeistert (oder sagen wir mal besser zufrieden waren) erfahren. Aber ich habe nicht immer Lust darauf, dass heraushängen zu lassen.

Samstag, 16. April 2011

Veganer Wutausbruch

Heute wurde ich zum ersten Mal so richtig zur Weißglut getrieben. Mein Freund und ich waren bei einem Thai zu Mittag essen und neben uns, praktisch am gleichen Tisch saßen zwei Mädchen, ich denke auch ao in unserem Alter, also irgendetwas Anfang-Mitte 20. Ich fand die von Anfang an doof, weil die sich ihre eigenen Getränke mitgebracht haben und als sie gegessen haben, sich darüber unterhielten, wie wohl die Sauce gemacht wird. "Also Sahne nehmen die ja nicht, oder?" Stille. Nach ein paar dummen Sätzen kam dann einer von beiden die Idee, dass es ja Kokosmilch sein könnte. Irgendwann unterhielten die sich dann über eine anstehende Party, wofür sie noch Essen zubereiten müssten und eine der beiden sagte, dass das am besten vegan sein müsse, weil einer ihrer Freunde vegan lebt. Dann haben die ewig überlegt was denn wohl, und wieso der wohl vegan ist ("Ich glaub, der sieht das als Herausforderung"). Dann kam das Gespräch auf die Mensa, da es ja jetzt ein veganes Gericht gebe, woraufhin eine meinte "Was für ein Schwachsinn, ich finde, wenn man vegan lebt, sollte man nicht in die Mensa gehen." Die Andere fand das wohl etwas zu extrem, woraufhin die Erste wieder sagte "Ach was, was weiß ich wo die sich ihr Essen zusammensuchen müssen." 
Mein Freund war sichtlich amüsiert, weil er, obwohl er Omni ist, eigentlich meiner Meinung ist  und die zwei genau so doof fand wie ich, und auch weil er mir angesehen hat, dass ich förmlich zu explodieren drohte. Aber ich mische mich total ungerne in solche Gespräche ein. Nur irgendwann wurde es einfach zu viel. Die zwei überlegten, wie sie denn einen Kuchen backen könnte, und dass das ja einfach nicht ginge, weil, wenn man Butter, Eier und Milch weglässt, bleibt ja nur noch Mehl übrig. Und ganz viele Ersatzprodukte, aber das wäre ja unnatürlich.
Das war einfach zu viel für mich! Aber ich habe mich brav zusammengerissen und zu den Zweien gesagt "Tut mir leid, aber ich habe euer Gespräch etwas mitverfolgt und ich muss euch einfach sagen, vegan zu kochen und zu backen ist keine große Sache." dazu habe ich den beiden ein paar Stichworte für Google gegeben und erzählt, was man mit Margarine, Apfelmus, Soja- oder Hafermilch so alles anstellen kann. Die Reaktion war leicht geschockt (klar, nach der uninformierten Lästeraktion) und gesagt haben die einfach nur "Ah okay, ja wir googeln das mal." Letzetnendes meinte mein Freund dann noch zu denen "Übrigens, was ihr da gerade gegessen habt, war auch vegan."

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mich das aufgeregt hat. Ganz besonders der Mensa-Teil. Was soll das denn heißen, alle die anders sind, dürfen nicht am normalen, gesellschaftlichen Leben teilnehmen? Schwule dürften sich demnach nicht in der Öffentlichkeit zeigen, Leute die keinen Alkohol trinken dürfen nicht feiern gehen und überhaupt allen, die anders sind sollte man das Leben so schwer wie möglich machen?!
Das Schlimmste für mich war aber, dass die zwei auch noch so pseudo-alternativ aussahen und dann auch abgesehen von dem Vegan-Thema über viele Dinge so Stock-im-Arsch-mäßig und komplett uninformiert abgelästern haben.

Meinen hastigen und unkontrollierten Schreibstil bitte ich zu entschuldigen, ich tippe gerade wütend und schnell in die Tasten, weil ich nur ein paar Minuten Zeit habe, bis ich wieder los muss.

Sonntag, 3. April 2011

Mein Papa...

... hat mich heute angerufen und mir von seinem gestrigen Einkauf erzählt. Eigentlich wollte er Fleisch kaufen, aber er hat sich an ein paar Dinge erinnert, die ich ihm erzählt habe, hat sich unwohl gefühlt und stattdessen zu Linsenbratlingen gegriffen.
Er wird wohl kaum Vegetarier werden, trotzdem habe ich mich so sehr gefreut! Kann übrigens sein, dass er das hier liest, also hallo Papa, ich hab dich lieb! :)

Donnerstag, 31. März 2011

Mein Blog bei ran

Gerade eben bekam ich eine ganz tolle e-Mail mit der Nachricht, dass mein Blog in einem Artikel beim ranmagazin verlinkt wurde. Das freut mich ganz besonders deshalb, weil ich hoffe, dass so auch Leute erreicht werden können, die sich sonst nicht so sehr mit Veganismus & Co. auseinandersetzen. Nebenbei bemerkt finde ich den Artikel sehr gut. Die Vorgabe war weder pro noch contra zu sein, der Artikel sollte neutral gehalten werden, das finde ich persönlich eh immer am besten.
Den Artikel könnt ihr hier lesen: Klick 
Und die Verfasserin hat eine ziemlich ausführliche Linkliste zusammengestellt: Klick

Mittwoch, 23. März 2011

Bingo!

Der Vebu hats auf deutsch übersetzt (wenngleich ein/zwei Punkte geändert wurden), ich hab nochmal die englische Originalversion herausgekramt. Ich finde es schon ziemlich witzig und ich hoffe, dass ihr das nicht alle schon längst kennt ;)

Samstag, 19. Februar 2011

Richtig gute Freunde

In meinem Facebookprofil habe ich einen Ordner mit Bildern von meinen schönsten und leckersten Gerichten, Snacks, Gebäck usw. hochgeladen. Einfach um das Thema etwas populärer zu machen. Klar gibt es dazu auch Sprüche wie "sieht ja alles lecker aus, aber eben nur halb so lecker ;)", aber grundsätzlich sind die Reaktionen positiv und interessiert und viele sprechen mich z.B. auch in der Uni oder auf der Arbeit darauf an und fragen nach und bestärken mich sogar. Nur eine meiner Freundinnen hat sich meiner Meinung nach wirklich dumm und ignorant verhalten.

Sie: Du bist doch nicht ernsthaft Veganerin geworden, oder?
Ich: Yes I am, und das ist auch gut so ;)
Sie: ...

Das hat mich wahnsinnig gemacht! Ihre Frage fand ich schon arrogant und unreflektiert gestellt, aber dann diese drei Punkte?! Ich wollte darauf eigentlich gar nicht reagieren, aber es hat mir in den Fingern gejuckt und ich habe ihr in einer Nachricht geschrieben, dass ich davon ausgehe, dass sie sich mit dem Thema noch nie befasst hat und bevor sie etwas be- oder verurteilt, solle sie sich doch bitte informieren. Dazu habe ich den Link von Pro-Vegan gegeben. Ich finde, dass ist eine seriöse Quelle und die Argumente sind gut zusammenfasst.

Ehrlich gesagt ärgert mich ihre Reaktion zwar, aber so richtig überrascht hat es mich auch nicht. Ich hab sie gern und ich glaube ein paar Jahre lang hatten wir viel gemeinsam, aber vor einiger Zeit habe ich schon verschiedene, nicht so tolle Veränderungen bemerkt, die zu immer größeren Differenzen führen. Was schade ist, weil sie sich nach außen als total offene und neugierige Weltenbummlerin gibt. Meistens versuche ich das beiseite zu schieben, weil ich mich auch einfach immer wieder freue sie zu sehen (sie lebt zur Zeit in Edinburgh), aber ich brauche für ernsthafte zwischenmenschliche Beziehungen auch einfach ein Mindestmaß an ähnlichen Werten und das schwindet gerade dahin.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir gerade ungefähr so erwachsen vorkomme wie eine 13jährige pubertierende Zicke, die sich mit ihrer Freundin um Glitzerlipgloss gestritten hat.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Ein ungewöhnlicher Arztbesuch

Ich hatte heute einen Arzttermin zur Vorsorgeuntersuchung und eigentlich wollte ich auch einen Termin zur Blutabnahme ausmachen, um auf Nummer Sicher zu gehen aber ehrlich gesagt hauptsächlich um meine immer noch leicht besorgten Eltern mit guten Werten beruhigen zu können.
Als ich der Ärztin meine Ernährungsumstellung und meine vor ca. drei Jahren sehr schlechten Eisenwerte als Gründe nannte, reagierte sie darauf anders als ich es erwartet hätte.
"Also wissen Sie, das halte ich für Quatsch."

Da war mein erster Gedanke "Och nee, jetzt ich einen von diesen Ärzten erwischt, die versuchen einem das auszureden." Aber weit gefehlt! Sie fuhr fort: "Ich bin selbst keine Vegetarierin oder Veganerin, aber alle die ich kenne, die sich dazu entschieden haben leben gesund und fit, im Schnitt sogar gesünder und fitter als die Anderen, weil die meisten auch bewusster und ausgewogener essen." Da wusste ich nicht so recht, ob ich das saucool oder verantwortungslos finden soll, da ich oft gelesen habe, dass man eh alle paar Jahre seine Werte checken lassen soll. Ich hab auf jeden Fall verdutzt geguckt, musste auch etwas lachen und habe dann gesagt, dass mich das freut zu hören, weil diese Meinung ja nicht so verbreitet sei. Daraufhin sagte sie weiter, dass man als Vegatarier sich ja viel intensiver und bewusster mit seiner Ernährung und seinen Körpersignalen auseinandersetzten würde, was in meinem Fall bedeute, dass ich  ja wisse, wie sich Eisenmangel anfühle und dem auch mit gezielter Ernährung entgegenwirken  könne. Bei einer Schwangerschaft (was in den nächsten Jahren bei mir eh kein Thema sein wird) müsse man so oder so ein Auge darauf haben, aber grundsätzlich sehe sie auch da kein Problem. Wenn jetzt etwas wäre, meinte sie, könnte ich im schlimmsten Fall ein Präparat nehmen, "aber seien Sie mal ehrlich, wenn wir jetzt irgendeinen Mangel feststellen würden, würden sie ja nicht beginnen wieder Fleisch zu essen, sondern das innerhalb der veganen Ernährung optimieren, oder nicht?"
Merci Frau Doktor, you made my day!

Daraufhin habe ich mir auch erst mal ein leckeres Sojaschokoeis gegönnt, ist ja auch bald Frühling!


Freitag, 11. Februar 2011

Die lieben Kollegen

Ich arbeite ja als Kellnerin in einem "ganz normalen" Café/Restaurant/Kneipe. Aus dem ein oder anderen Grund (Arbeitszeiten, nervige Stammgäste, Großveranstaltungen wie Karneval und Fußball WM/EM, die mich nicht im geringsten interessieren, konstante Unterbesetzung usw.) habe ich eh schon überlegt mir etwas anderes zu suchen. Und als der Schritt vegan zu werden für mich dann beschlossene Sache war, kam mir auch der Gedanke, dass es vielleicht nicht so besonders gut dazu passt, jeden Freitag die Dorade zu empfehlen und nebenbei 20 Salat Pute zu verkaufen.
Auf der anderen Seite mag ich meine Chefs, fast alle meine Kollegen gehören seitdem ich dort arbeite zu meinen engsten Freunden, ich verdiene gut und mehr oder weniger so viel wie ich will. Deswegen habe ich vorerst beschlossen dort zu bleiben. Mittlerweile weiß auch fast jeder dort über meinen "Sinneswandel" bescheid und es ergeben sich hier und da interessante Dialoge.

Die Kollegin:
Kollegin A: D., bist du immer noch Vegetarierin?
Ich: Sogar Veganerin.
Kollegin A: Haha.
Ich: Öhm, das war kein Witz.
Kollegin A: WAS?! Wieso machst du das denn? 
Kollegin B: Was denkst du denn? Sie hat Bock drauf und es ist ne gute Sache.
Kollegin A: Dafür ist der menschliche Körper nicht gemacht, das ist wirklich ungesund und riskant.

Zwei Tage später:
Kollegin A: Guck mal D., ich hab hier was für dich, hab ich in der Uni gefunden.
Sie gibt mir ein Heft über vegetarisch/vegane Restaurants, Bio- und Ökoläden/Veranstaltungen in Köln. Da war ich baff.

Weitere zwei Tage später:
Kollegin A zu unserem Chef: Guck mal, die hat auch nen kleinen Bauch (tätschel tätschel). Da sieht man mal, vegan bringt auch nix.

Der Koch:
Er: Also D., vegetarisch geht ja noch, aber vegan? Das ist völlig abgedreht! Das geht gar nicht, da bleibt ja nix mehr übrig. Neee neeeeee!

zwei Tage später:
Er: Guck mal, ich hab das Rezept für das Kichererbsencurry geändert, das kannst du jetzt auch essen. 

einen weiteren Tag später:
Er: Sag mal, du hast doch gesagt, du machst auch Sahnesaucen? Was nimmst du denn dann? Und wie backst du Kuchen und so?