Also das hier ist vegan und feministisch. Weil sonst alles scheiße ist.

Samstag, 16. Juli 2011

Sexismus und Tiere essen

Gestern ist etwas blödes passiert. Angeregt durch ein Posting über die Rolle der Frau in Hollywoodfilmen von Elana habe ich mich den halben Tag lang in dieses Thema eingearbeitet. Medien und Sexismus, die Rolle der Frau in Werbung, sexistische Rollenverteilung in Filmen usw. Blöd deswegen, weil ich in meinem Lernplan jetzt hinterher hänge und mich das Thema gerade so sehr interessiert, dass ich jetzt hier auch noch darüber schreiben will, anstatt mich auf mein Fahrrad zu schwingen und in die Bib zu fahren.

Etwas vorweg: Ich habe mich bis gestern noch nie mit dem Feminismus auseinandergesetzt. Nicht, weil ich gesellschaftliche Unterschiede abstreiten würde, sondern, weil ich immer der Meinung war (und zum Teil auch immer noch bin), dass man als Frau/Mensch selbst dafür verantwortlich ist, wie man wahrgenommen wird. Wer mit seinem hochgepushten C-Körpchen versucht gratis Drinks zu ergattern, der soll sich bitte nicht wundern, wenn er 23% weniger Gehalt bekommt. Dazu stehe ich auch immer noch. Ich habe nichts gegen sexy Frauen, gegen niedliche Frauen, gegen stark oder überhaupt nicht geschminkte Frauen, gegen groß, klein, dick, dünn. Gegen lange Haare, kurze Haare, gefärbte Haare. Ich habe auch nichts gegen Blümchenkleider und Miniröcke. Nichts gegen Dessous und nichts gegen künstliche Fingernägel (obwohl... naja.). Per se habe ich nichts dagegen einzuwenden. 
Ich habe aber etwas gegen die Art und Weise wie man dieses oder jenes zur Selbstdarstellung und zum Erreichen seiner Ziele benutzt. Wie Frauen sich selbst Männern unterordnen, Dinge tun um Männern im Allgemeinen zu gefallen und dann eine Einladung zum Essen als ultimative Bestätigung und Anerkennung sehen. Ich habe etwas dagegen, dass Frauen ihren Wert an Äußerlichkeiten festmachen und untrennbar damit verbunden an die Reaktionen ihrer männlichen Gegenüber. Und ich habe etwas dagegen, wenn Frauen ihre Reize manipulativ benutzen. Das widert mich an und zwar sowohl von Seiten der Frauen, als auch von Seiten der Männer.

Obwohl ich also meine Meinung bisher auf Individuen bezogen habe, muss ich nun einräumen, dass mit unserer medialen Darstellung von Geschlechterrollen etwas bis zum Himmel stinkt. Und das es nicht reicht, selbst und für sich alleine Dinge durchzusetzen, ernst genommen zu werden, sondern dass man Einspruch erheben muss gegen diese ständige Degradierung und Sexualisierung von Frauen. Übrigens finde ich auch die Rolle der Männer (nicht nur im Kontrast zu Frauen, sondern auch als solche) ebenfalls schwierig. Trotzdem gibt es für Männer und Frauen unterschiedliche Konsequenzen und die Konsequenzen für Frauen sind definitiv besorgniserregender.

Quelle
Anlass für dieses Posting war dann nicht nur Elanas Gedankenanstoß, sondern ein weiterer Gedankenanstoß namens "Fleisch und Sex" auf dem Mädchenblog. Hier geht es darum, dass ein Hühnchen, bzw. der generelle Verzehr von Hühnchen/Tieren mit einem Hühnchen beworben wird, das "Nimm mich" sagt. Was passiert hier bitte? Wird hier Essen (in diesem Fall ein nacktes, totes Tier) sexualisiert? Wird hier eine Parallele gezogen zwischen dem Hühnchen, dass Spaß daran hat gegessen zu werden (à la "Tiere kennen das ja auch nicht anders, die finden es gar nicht so schlimm, dass wir sie essen") und der Frau, die allzeit bereits für ihren Sex-Einsatz ist? Beide sind willenlos und stehen zum Vergnügen für "die Anderen" zur Verfügung.
Ich war gestern ein einigen Stellen unsicher, ob hier und da Dinge vielleicht überinterpretiert werden und ich sage auch ganz deutlich, dass ich nicht mit allem zu 100% übereinstimme, was auf den Links die ich euch später anhänge gesagt oder gemacht wird. Aber diese Sache fand ich ekelerregend. "Nimm mich" ist ein klar sexuell assoziiertes Satz (welcher in der Regel Frauen in den Mund gelegt wird), ihn in Zusammenhang zu stellen mit einem toten Tier, das verzehrt werden will ist für mich der Gipfel der Abartigkeiten und ein Abbild unserer Abgestumpftheit.


Fall jemand von euch Lust hat sich näher damit zu beschäftigen, gebe ich euch hier mal ein paar Links, die ich selbst gestern durchstöbert habe:

Mädchenmannschaft - Blog von Frauen aller Art und Coleur über gesellschaftliche Missstände aller Art und Coloeur bezüglich Sexismus

Mädchenblog - Ähnlich wie die Mädchenmannschaft eine Auseinandersetzung mit aktuellen Themen zu Feminismus- und Queertheorien usw.

FemFreq - Channel auf YouTube. Anita Sarkeesian ist ein selbsternannter Geek und nimmt unsere Popkultur und ihren Umgang mit Frauen gehörig auseinander. Sehr anschaulich, unterhaltsam, macht Spaß und ist erschreckend zu gleich.

Killing us softly 4, Women in Advertising - Jean Kilbourne hält Präsentationen über die Darstellung von Frauen und ihren Rollen in aktueller und vergangener Werbung. Sehenswert! (Video)

Codes of Gender - Ebenfalls ein Film mit Anschauungsmaterial zur Darstellung von Frauen und Männern.

Kommentare:

  1. Habe vorhin zufällig zum selben Thema einen Artikel geschrieben (naja, fast): http://girlsblogtoo.blogspot.com/2011/07/if-you-women-arent-feminists-what-else.html Es ist wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen!

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  2. ich hab den mädchenmannschaft-post auch gelesen, interessantes thema.
    ich denke sowohl beim umgang mit tieren als auch der mit frauen wird die missachtung derer deutlich. bloße objekte, wenn sie nicht der norm entsprechen, werden sie aussortiert, sie sind minderwertig, also kann man mit ihnen umspringen wie man will.
    die hardcore-fleicshesser sind meistens auch diejenigen, die sich am frauenverachtensten verhalten.

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  3. Mausflausch, das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass sich gerade die Hardcorefleischesser aus völlig sinnbefreiten Grünen für supermännlich halten.
    Ich erinnere mich an einige dumme Sprüche zu dem Thema, die klar sagten, dass Männer Veganismus für weibisch halten...ein echter Kerl braucht also Fleisch^^
    Und für echte Kerle stehen die Frauen ja auch reihenweise Schlange.
    Komischerweise sind das dann gerade oft Männer, die ich mit der Kneifzange nicht anfassen würde. Na gut, bei den Sprüchen eh kein Wunder.
    Bier und Fleisch macht eben noch keinen Mann aus.

    Mneme, ich muss gestehen, ich hab es bislang auch immer so ein bißchen gesehen wie du mit der Selbstverantwortung.
    Ich kenne einige Frauen, die sich beim Kennenlernen wir das hilfebedürftige kleine Dummchen verhalten haben, sich haben einladen lassen etc und sich dann nachher wundern, dass sie in der Beziehung nicht ernst genommen werden.
    Aber Elana und du, ihr habt mich echt nachdenklich gemacht. Ich muss mich mit dem Thema wohl doch mal mehr auseinandersetzen.

    Aber du hast Recht, das Hollywoodmännerbild ist auch nicht gerade besser. Da gibt es eigentlich nur die tollen Hengste und die Nerds und die Nerds kriegen natürlich nie die Frauen, erst wenn sie sich auf wundersame Weise zu tollen Hengsten oder Superhelden verwandeln.

    So genug gefaselt (Schreibrausch)...

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  4. Oh ja stimmt, wie konnte ich nur den Satz "Männer brauchen Fleisch" vergessen?! Passt wirklich gut in diesen Zusammenhang. Würg... Interessant ist, dass es da wirklich eine erschreckend hohe Schnittmenge liegt, ich beschuldige der Einfachheit dafür mal schlicht den äh geringen IQ...

    Ich finde diese Dummerchen auch schrecklich. Aber langsam glaube ich, dass wir alle in Strukturen aufwachsen, die "unsere Kinder" dazu erziehen, bzw. es begünstigen sich gewisse Rollenmodelle anzueignen. Deswegen ist vielleicht nicht immer nur die Einzelperson schuld, obwohl mich diese Tussis/Chauvis furchtbar nerven.

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  5. ich möchte dich nicht noch mehr vom lernen abhalten, aber dieser lesenswerte text sagt auch interessantes zum thema: http://vegina.wordpress.com/2010/04/27/dairy-is-a-feminist-issue/

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  6. Ach was, jetzt lerne ich dich nicht mehr^^
    Danke für den Link! An den Zusammenhang habe ich auch schon gedacht, Veganer bezeichnen die Nutzhaltung von Kühen wegen ihrer Milch ja öfter als Vergewaltigung. Konkret eingearbeitet habe ich mich da aber auch noch nicht. Und irgendwie finde ich das Thema auch aus einer nicht-femministischen Perspektive wichtig und fast schon absurd, dass man sich "nur" dann dafür interessiert, wenn es mit einer anderen persönlichen Einstellung übereinstimmt, wenn du weißt, was ich meine. Trotzdem hilft es natürlich, darüber aufzuklären, weil viele diese Aspekte oft ausblenden.

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  7. ich glaube, die wichtige gemeinsamkeit von feminismus und veganismus für mich ist gewaltfreiheit und der gedanke der gleichwertigkeit von lebewesen.

    irgendwie spannend, dieses thema. mal gucken, vielleicht schreib ich dazu auch mal was.

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  8. "Gleichwertigkeit von Lebewesen", ja das finde ich schön und wichtig! Ich denke, darum geht es letztlich auch, dass man Lebewesen um ihrer selbst willen respektiert und ihnen freie Entfaltungsmöglichkeit gibt, ohne sie zu kategorisieren.

    Bin gespannt, was du dazu schreibst :)

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  9. ok - natürlich hätte das jetzt nicht sein müssen,
    aber er hat mir auf jeden fall ein paar jahre lang treu gedient. ich glaube, das billigste ding wars nicht. sollte ich mir nochmal einen holen werde ich vermutlich auch ein paar euro darein investieren. die wegwerfmentalität bei elektrogeräten ist mir nämlich auch zuwider.

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  10. Das ist doch verrückt! - jetzt war ich ein Wochenende außerhalb der Zivilisation, lese Mädchenblog, bin angewidert, schreibe selbst etwas dazu und schau dann, was sich auf den anderen Blogs getan hat, die ich verfolge und ZACK - so viele haben den Mödchenpost mit in ihren Content genommen. Aber richtig und wichtig ist das (:
    beste Grüße!

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  11. Ich habe im letzten Semester ein Referat über Sex in der Werbung gehalten. Ein sehr spannendes Thema und leider ziemlich deprimierend, was die dargestellte Frauenrolle angeht. Vor allem, weil Sex als Stilmittel eigentlich gar nicht besonders gut ist, trotzdem machen alle Sex-Werbung. Soll ich dir die Präsentation mal zuschicken?

    Was sehr interessant ist: achtet mal in der Öffentlichkeit auf Frauen, die mit attraktiven Männern reden. Sehr oft sieht man da das abgeknickte Handgelenk (also die Hand hängt bei angewinkeltem Arm locker runter). Man vermutet, dass das symbolisch ist für einen "gebrochenen Flügel" und Verletzbarkeit und Hilflosigkeit ausstrahlen soll, also das arme kleine Mädchen, das gerettet werden will...

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  12. Clara, ja die Präsi hätte ich total gerne :) Magst du mir die an meine e-Mail Adresse senden? consume.be.silent.die@web.de
    Finde die Vielseitigkeit gerade ganz spannend und eben auch die Wirkweisen. Anscheinend nimmt man ja über 90% unbewusst auf, also macht das schon Sinn, dass soetwas das allgemeine Bild prägen kann.

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  13. Viele Frauen machen sich aber auch extra zu hilflosen Dummchen, die dann keiner ernstnimmt. Weniger Schminke, weniger alberne Kleidung, weniger "Ich bin so klein und schutzlos"-Signale, dann wird man vom anderen Geschlecht auch nicht permanent verarscht. Ich hatte noch nie Probleme mit Typen, einfach weil ich mich nicht darstelle, als könne ich nur von hier bis zum nächsten Douglas denken.

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  14. Mneme,ich muss die Fonts von der Präsi ändern, die sind extra dafür runtergeladen und ich glaube das gibt auf einem fremden PC Bockmist! Mache ich morgen und schicke sie dir dann zu. Die Präsentation ist unten auch kommentiert. Grade heute ist mir rein zufällig wieder eine spannende Studie in die Hände gefallen, die sich mit dem Thema beschäftigt und dadurch bin ich gleich auf noch viel mehr Studien gestoßen... das Thema ist ziemlich faszinierend! Ich schreibe dir in der Mail noch mehr dazu.

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  15. @Anonym: Ich muss dir Recht geben. Allerdings habe ich Probleme Männer kennenzulernen, eben weil ich mich NICHT zum Dummerchen machen lasse.
    Es existiert nämlich auch das Phänomen, dass gebildete, junge, zielstrebige Frauen den Männern Angst machen bzw. nicht genug zu ihnen aufschauen, was die angeblich zu brauchen scheinen. Ich sehe es aber gar nicht ein, mich irgendwie zurück zu nehmen.

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  16. Ich weiß nicht, ob es in den Kommentaren zu den anderen Artikeln auch verlinkt wurde, aber dieses Büchlein passt auch gut zum Thema:
    http://www.amazon.de/Sexual-Politics-Meat-Anniversary-Feminist-Vegetarian/dp/1441173285/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311322057&sr=8-1
    Ich habe gestern angefangen, es zu lesen :-)

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  17. @anonym (und auch mneme): ich verstehe den gedanken, dass sich leute, die sich dumm benehmen (also frauen, die sich dumm stellen um beim starken geschlecht aufmerksamkeit zu erlangen), auch letzten endes so behandelt werden. allerdings führt der umkehrschluss (ich verhalte mich seriös, klug, unweibisch) leider nicht zwangsläufig dazu - im gegensatz zu anonyms behauptung - dass frau ernst genommen wird, karriere macht oder gleiche bezahlung für gleiche arbeit erhält. dafür gibt es genug dumme, chauvinistische männer (wie hier ja schon geschrieben wurde), die trotz ihrer a*schlochhaftigkeit und dummheit 'ernst' genommen werden und karriere machen.

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  18. "[...] weil ich immer der Meinung war (und zum Teil auch immer noch bin), dass man als Frau/Mensch selbst dafür verantwortlich ist, wie man wahrgenommen wird. Wer mit seinem hochgepushten C-Körpchen versucht gratis Drinks zu ergattern, der soll sich bitte nicht wundern, wenn er 23% weniger Gehalt bekommt."
    (Ich denke, du meinst "die" & "sie".) So etwas hatte ich nach seitenlanger Lektüre hier nicht erwartet. Inwiefern wirken sich denn hochgepushte C-Körpchen auf die Arbeitsfähigkeit & -leistung aus? Müssen Frauen mit ausladenden Brüsten ihren Körper verstecken, um nicht selber schuld zu sein an ungleicher Bezahlung? Glaubst du wirklich, dass Frauen dafür verantwortlich sind, wie sie wahrgenommen werden, sind Frauen also wirklich selbst schuld an den Nachteilen, bis hin zur Gewalt, die sie erfahren? Haben Frauen schlechtere Bezahlung verdient, weil sie einen Körper haben, der als attraktiv wahrgenommen wird? Hm... :(
    Irritierend finde ich auch, wie einige der kommentierenden Leute hier von "hochgepushten C-Körpchen" auf Dummheit schließen. Schließen sich Sexysein & Intelligenz aus? Genau da haben wir wieder etwas, was unsre Gesellschaft propagiert - & zu dem die Frauen, denen das zum Nachteil gereicht, recht selten etwas beigetragen haben.
    Du schreibst: "Ich habe aber etwas gegen die Art und Weise wie man dieses oder jenes zur Selbstdarstellung und zum Erreichen seiner Ziele benutzt. Wie Frauen sich selbst Männern unterordnen, Dinge tun um Männern im Allgemeinen zu gefallen und dann eine Einladung zum Essen als ultimative Bestätigung und Anerkennung sehen. Ich habe etwas dagegen, dass Frauen ihren Wert an Äußerlichkeiten festmachen und untrennbar damit verbunden an die Reaktionen ihrer männlichen Gegenüber. Und ich habe etwas dagegen, wenn Frauen ihre Reize manipulativ benutzen. Das widert mich an und zwar sowohl von Seiten der Frauen, als auch von Seiten der Männer." Ich möchte darauf hinweisen, dass das alles Dinge sind, die uns Frauen von Anfang an gelehrt werden & die viele Menschen genau so verinnerlichen: dass unser Wert von unserem Äußeren abhängt, dass wir ohne gutes Aussehen keine Aufmerksamkeit bekommen usw. Mich widert DAS auch an. Du kennst das sicherlich auch, wenn du diskutierst & deiner Argumentation mit "Du bist hässlich" oder ähnlichem begegnet wird, um deine Beiträge zu invalidieren.
    Na ja, ich lasse das mal da & hoffe, ein paar Denkanstöße gegeben zu haben. :)

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    1. Liebe Ann, wie du ja sicher siehst ist der Text bereits ein Jahr alt. Ich habe ihn einen Tag nach dem tag geschrieben, an dem ich begonnen habe, mich zum ersten Mal mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich habe seit dem viel gelernt und würde den Text auch nicht mehr so schreiben, wie er da steht. Ich lösche aber nicht alles, was ich heute anders machen würde, dann würde mein Blog vermutlich nur aus den je drei aktuellsten Beiträgen bestehen, wenn du weißt, was ich meine ;)

      Zum Thema "hochgepushte C-Körbchen": Natürlich habe ich kein Problem mit großen/kleinen Brüsten, auch nicht damit, sie in Szene zu setzen, oder seinen Körper sonstwie sexy zu präsentieren, sich hübsch zu machen etc. Mach ich ja alles ab und zu auch mal selbst. Ich möchte auch Menschen nicht auf Grund ihrer Körperteile über- oder entsexualisieren, das liegt mir fern. Ich betreibe auch kein Slutshaming oder Victimblaming.
      Ausdrücken wollte ich lediglich, dass mich die Frauen nerven, die versuchen mit ihren Körprteilen an Drinks etc. zu kommen/sich "hochschlafen" usw.. Heute verstehe ich viel besser, was alles dahintersteckt. Ich mag einfach das klassische Rollending "Frau muss immer heiß aussehen und Mann muss immer Kohle haben" nicht. Das ist natürlich kein Grund sauer auf einzelne Personen zu sein, oder sie wegen irgendetwas zu beschuldigen. Heute sehe ich dahinter unter anderem internalisierten Sexismus aber auch das Bestreben mit dem, was man hat eben etwas zu erreichen. Das ist etwas, was man lernt. Neulich hat mein Hausmeister zum Beispiel gesagt "Naja, als junges hübsches Mädchen (sic!) haben Sie es ja an der Uni nicht schwer, sie müssen nur nett zum Dozenten sein." Der Typ aus der Fahrradwerkstatt meine "Mit einem süßen Lächeln macht dir das hier sowieso jeder umsonst." Davon sind wir alle jeden Tag umgeben, ich habe das Spiel aber nie wirklich mitgespielt, dafür aber umso heftiger aller verurteilt, die es taten. Das tue ich jetzt nicht mehr, aus den Gründen, die ich oben beschrieben habe und die du ja genau so auch aufgeführt hast.

      Also insofern hoffe ich, dass ich deinen Schock etwas mildern konnte ;)

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    2. Hey, danke für die ausführliche Antwort. :) Also richtig geschockt war ich nicht, nur etwas negativ überrascht, aber ich hatte auch gar nicht auf das Datum geschaut - nun fügt sich das viel besser ein, & deine Antwort hier spiegelt genau das wider, was ich hatte anstoßen wollen. :)

      Diese Sachen, die Leute manchmal sagen, so wie dein Hausmeister & der Typ von der Fahrradwerkstatt, die kenne ich auch, & ich glaube, die sind erstens mit dran schuld, dass Frauen, die als sexy/attraktiv/hübsch angesehen werden, es schwer haben, intellektuell usw. ernstgenommen zu werden, & die forcieren zweitens den Schönheits(normen)wahn &/oder Reduzierung aufs Äußere... Na ja, wenn ich sowas höre, sage ich inzwischen oft auch etwas Dementsprechendes dazu, angefangen mit "Ich weiß, Sie meinen das nett" oder so, oder auch, vor allem, wenn es vielleicht nicht nur ein (fehlgeschlagenes) Kompliment sein soll, einfach Dinge wie "Wissen Sie, intelligent bin ich auch, & das sollte in der Uni zählen" oder "Können Sie mir näher erläutern, wie Sie darauf kommen, dass mein Aussehen mich meinen Weg entlangbrächte?". :D

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