Also das hier ist vegan und feministisch. Weil sonst alles scheiße ist.

Montag, 4. April 2011

Was ist so falsch am Wachstum?

Ich möchte euch gerne diesen Artikel auf Zeit.de ans Herz legen. Er beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern sich wirtschaftliches Wachstum positiv und negativ auswirkt. 
Wachstum ist ja eigentlich ein Begriff, den man gar nicht kritisieren darf. Wachstum ist gut. Und notwendig. So habe ich das in der Schule gelernt und so wird es uns tagtäglich vermittelt. Seit einiger Zeit beschleicht viele von uns jedoch das Gefühl, dass Wachstum vielleicht doch nicht so toll ist. Dass es vielleicht zu viele Ressourcen verschwendet, zu viel Müll produziert, dass eine wachsende Weltwirtschaft für unseren Planeten mehr als schädlich ist. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem man Wachstum kritisieren muss. Produzieren, kaufen, wegschmeißen, neukaufen, noch mehr produzieren, noch mehr kaufen, noch mehr wegschmeißen - das bringt uns nicht vorwärts. Der Artikel schließt mit der passenden Frage "Ist es nicht langsam genug?"

Kommentare:

  1. der Artikel ist leider etwas pauschal, ich glaube beim Wirtschaftswachstum kommt es sehr darauf an, WIE gewirtschaftet wird; bio-anbau von gemüse ist da sicherlich weit weniger schädlich als ne schweinemastanlage.
    und wirtschaftswachstum kann auch mit recycling funktionieren, z.b. gibt es die legendären (und schicken!) "Freitag"-Taschen, die aus alten Sitzgurten, Lkw-Planen usw hergestellt werden. klar verbraucht die verarbeitung und der transport auch nochmal energie, aber das dürfte nicht soo sehr ins gewicht fallen.
    aber im großen und ganzen stimmt's schon; wir sollten weniger konsumieren

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  2. Klar, pro und contra haben ja jeweils nur eine Seite bekommen. Wichtig finde ich eben den Gedanken, dass es zwar toll ist, wenn wir uns nach nachhaltigen Ressourcen umsehen, aber auch diese niemals nachhaltig bleiben werden, wenn wir diese weiterhin in Massen konsumieren. Der Trend muss auch dahin gehen, dass wir insgesamt weniger konsumieren.

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  3. Genau darum konsumieren wir (mein Mann und ich) eigentlich nur Lebensmittel. Von anderen Konsumgütern haben wir uns schon vor einiger Zeit komplett veranschiedet. Neugekauft wird nur das, was wirklich KAPUTT ist und auch nur dann, wenn es nicht mehr zu reparieren geht. Und neukaufen heisst dann auch meistens gebraucht. Aber das meiste lässt sich reparieren/flicken/stopfen, um was auch immer es sich handelt, von daher fallen Neukäufe nur sehr selten an. Ich empfinde ohnehin keine Freude oder Befriedigung bei der Aktion KAUFEN an sich, von daher bedeutet es für mich auch keinen Verzicht. Es muss ein komplettes Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Die Leute müssen mal merken, dass Kaufen nur einen ganz kurzzeitig glücklichmachenden Effekt hat. Langfristig bleibt nur Frustration. Denn irgendwas muss der Mensch doch glauben zu finden im Konsum. Sonst würde er es nicht so exessiv betreiben. Dass man nichts finden wird, niemals; keine Freude, keine Erfüllung, kein dauerhaftes Glück, das muss die Gesellschaft noch lernen. Und da zweifele ich, dass sie das jemals tun wird...

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  4. Natürlich ist es in einem Wirtschafts-Dauerstresskreislauf für jede Branche und jede Firma innerhalb jeder Branche notwendig zu wachsen, wie sonst will man auf dem globalisierten Markt fortbestehen können? Und da spielt es nun keine Rolle, ob es sich um eine grüne Firma oder um eine der wirklich schlimmen Firmen handelt. Und wenn man nicht jeden Tag aufs Neue aufpasst, gerät man als Konsument sofort in diese Trendmaschine, in der man zum überbordenden Konsum ja quasi gezwungen wird (- weil die neuen Sachen mehr können als das, was man schon hat, weil man Schiss hat, einen Trend zu verpassen und uncool zu sein etc.).
    Ich frage mich oft, wo Dinge hinwachsen sollen, vor allem die Müllberge, die wegen genau dieses Konsumverhaltens entstehen. Zwangsoptimisten würden jetzt wohl sagen, dass in den weltberühmten Müllslums ja auch eigene kleine Verwertungswirtschaften entstehen und der Müll ja nicht nur schlecht sein kann. Und solange wir in unserer westlichen Industrie- und Konsumgesellschaft die Probleme nicht direkt vor unserer Haustür jeden Tag ins Gesicht geschmissen kriegen, wird eine Veränderung zum bewussten Konsumverzicht wohl nur sehr sehr langsam erfolgen, während die Welt in ihrem Hamsterrad immer schneller durchdreht.
    Für mein eigenes Leben schließe ich mich meiner Vorkommentiererin an: gekauft wird nur dann was, wenn etwas wirklich ersetzt werden muss, außerdem kaufe ich im Bezug auf Klamotten hauptsächlich Basics, die ich gut kombinieren kann. Schuhe hab ich seit jeher schon immer getragen, bis sie auseinanderfielen. Hab wohl aber eh nicht so das Messie-Gen.
    Schlimm wirds wohl bei manchen Leuten dann, wenn sie schon vergessen haben, dass sie Küchengeräte in dreifacher Ausführung unbenutzt im Keller stehen haben oder wenn sie ihre Winterjacken und Schuhe schon in vier Schränken unterbringen müssen, das aber ganz normal finden...

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  5. Oh Gott, sorry für diesen abartig langen Kommentar... :-/

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  6. Quatsch, steht ja immerhin viel wahres drin :)

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  7. Also meine Ganzjahresgardrobe passt in einen Schrank. Und der ist nicht besonders groß, dafür aber bis unters Dach voll :-)
    Bei Lebensmitteln halte ich es so, dass ich mir vorher überlege, was ich in der Woche kochen will, eine Liste schreibe und danach einkaufe. Dann wird auch alles restlos aufgebraucht, bevor ich wieder losziehe. So wird nichts schlecht und muss entsorgt werden.
    An meinem Shoppingverhalten arbeite ich noch. Ich versuche wenn, dann second hand zu kaufen, aber auch damit kann ich meinen Bedarf oft nicht decken (Unterwäsche z.B.). Ich bin früher jede Woche einmal durch die Stadt geschlendert und habe viele sinnlose Sachen gekauft, die ich dann wenn überhaupt nur einmal getragen habe. Jetzt frage ich mich immer: 1.)Hast du sowas Ähnliches nicht schon? 2.)Wozu lässt sich das neue Teil kombinieren (zu welchen Sachen, die du schon hast?) und 3.) Warum möchtest du das Teil jetzt kaufen (Wird es wirklich gebraucht?). Diese Fragen haben dazu geführt, dass sich mein Klamottenkonsum total reduziert hat.
    Was alles andere angeht..nun mein TV Gerät ist 25 Jahre alt..noch Fragen? Ich muss nicht jeden neuen Schnick Schnack haben, wenn der Alte noch taugt.
    Aber ich habe auch das Gefühl, dass sich Menschen viel zu sehr über das definieren, was sie besitzen bzw. sich leisten können...über das, was sie rein äußerlich nach Außen hin darstellen. Ich stelle mir so eine Lebensweise äußerst anstrengend vor, ehrlich gesagt.

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  8. Die drei Punkte sehen bei mir ähnlich aus ;)

    Dein letzter Punkt ist sehr wichtig. Viele Dinge sind Statussymbole. Ein Versicherungsvertreter kann zu seinem Klienten nicht mit nem 20 Jahre alten VW Polo fahren. Traurig. Aber dazu kommt nochmal die Unwissenheit. Sobald man etwas weggeworfen hat hört es für viele auf zu existieren. Was mit dem Müll passiert, darüber weiß niemand etwas, darüber denkt keiner nach.

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