Also das hier ist vegan und feministisch. Weil sonst alles scheiße ist.

Mittwoch, 16. März 2011

Ein Salat - Wer hätte das gedacht

Salat zu essen ist für mich immer noch etwas Neues. Als Kind habe ich ja nie Gemüse gegessen, weder roh noch gekocht oder anders verarbeitet. Einzige Ausnahme: Möhren. Mit der ersten eigenen Wohnung, neu gewonnener Selbstständigkeit und einem Job in einem Restaurant begann so langsam aber sicher die Entdeckungsreise in die Welt der Nahrungsmittel. Ganz langsam habe ich immer mal hier und da etwas probiert, aber nur, wenn noch genug andere Dinge auf dem Teller lagen, mit denen ich den Geschmack unter Umständen übertünchen konnte. Einen Salat zu essen war für mich bis dahin unvorstellbar. Nichts als Salatblätter und rohes Gemüse? Das hätte ich lange nicht herunter bekommen. Umso mehr freue ich mich seit einigen Wochen über diese wunderbare Wandlung und immer mal wieder genieße ich mein "Kaninchenfutter" in vollen Zügen. Salat-Buffets in Restaurants oder der Uni finde ich aber irgendwie immer noch unappetitlich, warum, weiß ich nicht.
Heute gab es einen gemischten Salat mit Tomaten, Avocado, Radieschen, Walnüssen und Tahina-Dressing. Meine Eltern würden vermutlich vor Schock hintenüber kippen.


Kommentare:

  1. ich hab als kind kein obst gegessen; wirklich gar keins! ich hab am liebsten schnitzel mit pommes, fischstäbchen und süßkram gegessen. für mich heute absolut unvorstellbar.
    neues ausprobiert hab ich dann erst als ich vegan wurde, da hat sich der obst+gemüseanteil in der ernährung radikal erhöht.
    also der veganismus war bei mir auch ne ganz positive entwicklung :-)

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  2. Bei mir war es genau so! Das einzige Obst was ich gegessen habe waren die Kirschen aus unserem Garten. Aber auch die höchst selten.
    Wenn mir jemand nicht glauben will, dass vegan gesund ist/sein kann, dann sag ich immer "überleg doch mal wie ich vorher gegessen habe. Meinst du ernsthaft, das ist besser als frisches Gemüse, Obst, Vollkornprodukte etc?" Und dann müssen immer alle lachen ;)

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  3. Darf ich euch beide mal was fragen? (Und ich meine das keineswegs irgendwie anklagend oder so!!)
    Habt ihr als Kinder diese Sachen einfach prinzipiell abgelehnt oder sie erst probiert und nicht gemocht? Wurde euch dann was anderes angeboten? (Bei meinem Freund war es so, dass er dann eben Schokolade/Kekse/Süßkram etc. bekam, damit er überhaupt was isst.)
    Mich interessiert sowas total, denn bei mir wars immer komplett umgekehrt: ich hab zwar Fleisch gegessen, aber nicht gerne und hab mich schon von Kleinkindalter an mit meinem Bruder ums Gemüse gestritten. Und ich habe keinen blassen Schimmer, wieso ich Gemüse immer mochte und Fleisch/Milch/Ei/sogar Schokolade tendenziell immer weniger gerne...

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  4. Und das haben eure Eltern mitgemacht? Ich war auch so ein Kind, das fast nichts mochte, schon gar nichts gesundes (ausser Äpfel). Aber meine Eltern, gerade mein Vater, haben mich schon ab und zu mal genötigt, das Gemüse mitzuessen. Und das muss auch sein, finde ich. Es ist Wahnsinn, sein Kind nur Ungesundes essen zu lassen und dem einfach nachzugeben, dass es nichts mag. Vitamine sind nunmal wichtig, gerade im Wachstum. Ich frage mich echt, woher das kommt, dass soviele Kinder nur so komische Sachen mögen. Scheint ja ziemlich weit verbreitet zu sein. Ich denke, wenn man als Eltern seinen Kinder von vorneherein nur gesunde Sachen anbietet, dann kommen auch keine Gelüste nach Ungesundem. Woher auch, man kennt es ja nicht. Seit ich vegan bin, esse ich auch viel mehr Gemüse und Hülsenfrüchte. Aber leider auch nach wie vor viele ungesunde Sachen... Und da werde ich wohl auch nie ganz von wegkommen.

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  5. Meine Eltern haben da einiges versucht, das kann ich ihnen nun absolut nicht vorwerfen!
    Meine Mutter kann zwar wirklich nicht kochen, aber sie hat lange versucht mir Dinge anzuerziehen, die zwei waren regelrecht verzweifelt.
    Oft haben sie mir etwas vorgesetzt und dann gesagt "Solang du das nicht gegessen hast, bekommst du nichts anderes." Aber ich hatte richtig starke Ekelgefühle, manche Dinge konnte ich einfach nicht schlucken. Das hat dazu geführt, dass ich manchmal tagelang nichts gegessen habe und dann haben meine Eltern einfach aufgegeben. Meine Schwester (zwei Jahre jünger) hat "ganz normal" gegessen.

    Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht gelesen, in dem ein Phänomen beschrieben wurde, dass bei einigen Menschen Ernährungs-Instinkte noch rudimentär vorhanden seien, aber total fehlgeleitet sind, weil sie in unserer Gesellschaft nicht mehr funktionieren. Vieles, was da beschrieben stand, hat sehr gut auf mich gepasst. Aber eine "Diagnose" ist das natürlich nicht.

    Was den deinen letzten Absatz betrifft, so ist es bei mir auch ;) Meine Hauptmahlzeiten sind allesamt gesund (mal mehr, mal weniger), meine Snacks zwischendurch sind fettig und zuckrig. Aber daran arbeite ich ;)

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  6. Ups, Green-Cat, dich hab ich überlesen ;)
    Also bei mir war das so, das ich wohl von heute auf morgen alles strikt abgelehnt habe. Ich war da ungefähr 3 oder 4 Jahre alt. Ich habe ganz selten etwas probiert, aber wenn, dann fand ich das immer eklig, mir lief regelrecht ein Schauer über den Rücken. Das lag nicht immer nur am Geschmack, sondern auch an der Konsistenz.
    Als ich älter wurde, habe ich einfach angefangen mich zu zwingen, hab mir bestimmte Dinge einfach immer wieder zubereitet, so mache ich das auch jetzt noch, wenn ich etwas neues probiere, solange, bis ich mich daran gewöhnt habe.

    Das betraf übrigens auch Fleisch und Eier. Milch und Joghurt waren nie ein Problem, aber Fleisch mochte ich auch kaum und Eier habe ich bis zum heutigen Tag maximal zum backen verwendet, ich habe nie eins so essen können, die fand ich schon immer abstoßend. Ich hab auch noch nie einen Döner oder einen Burger gegessen, da fand ich alles immer abstoßend. Oder Würstchen, wirklich, das war glaub ich das schlimmste für mich.

    Und als ich angefangen habe etwas zu ändern, habe ich auch mehr Gemüse und Obst probiert, aber von tierischen Produkten habe ich immer noch die Finger gelassen. Das waren wohl meine ersten Schritte zum Veganismus ;)
    Wie gesagt, meine Schwester hat alles gegessen, also lag es eher an mir als an meinen Eltern.

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